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Rechtsradikale Bewegung

Hassbotschaften von QAnon verbreitet: Twitter sperrt Account von US-Abgeordneten

  • Matthis Pechtold
    vonMatthis Pechtold
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Sie hält Donald Trump die Treue und streut online wie offline Verschwörungstheorien: Marjorie Taylor Green. Auf Twitter wird die US-Politikerin dafür gesperrt.

  • Marjorie Taylor Green vertritt offen die verschwörungstheoretischen Lügen von QAnon.
  • Die Politikerin ist seit Anfang 2021 Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus und hält fest zu Donald Trump.
  • Nachdem die Extremistin erneut Unwahrheiten über das Ergebnis der US-Wahl 2020 in Georgia verbreitet, wird sie von Twitter sanktioniert.

Washington, D.C. – Bereits seit Monaten flutet Marjorie Taylor Greene das Internet mit haltlosen Lügen und rechtsradikalen, minderheitenfeindlichen Inhalten. Seit dem 3. Januar 2021 auch als gewählte Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus. Mit einem temporären Bann versucht jetzt der Kurznachrichtendienst Twitter die Reichweite ihrer verschwörungstheoretischen Botschaften zu mindern.

Greene ist dem „Guardian“ zufolge die erste Kongressabgeordnete überhaupt, die QAnon so nahe steht, dass sie deren abstruse Lügen ins Repräsentantenhaus der USA trägt. Dass Donald Trump um seine Wiederwahl betrogen worden sei, gehört damit zu den verhältnismäßig harmlosen Unwahrheiten, denen Greene bar jeder Belege Glauben schenkt. Als der Kongress das Wahlergebnis der US-Wahl 2020 formell bestätigte, stimmte sie als eine von 139 Republikaner:innen auf Einspruch gegen die Richtigkeit der Stimmauszählung in Pennsylvania respektive Arizona. Zu diesem Zeitpunkt gingen die Bilder des Sturms auf das Kapitol noch um die Welt.

Die rechtsradikale Kongressabgeordnete Marjorie Taylor Greene

Nach brandstifterischem Video: Rechtsradikale Anhängerin von Donald Trump auf Twitter gesperrt

Auf Twitter legte sie am Sonntag (17.01.2021) nach und verbreite das Video eines Interviews, welches sie einem TV-Sender gegeben hatte. Darin wärmt sie noch mal zahlreiche Lügen und bewusst gestreuter Mythen zum Verlauf der US-Wahl in Georgia auf. Damit hat sie laut Twitter gegen die Regeln der Plattform verstoßen. Zunächst versah der Dienst den Tweet mit dem Hinweis, dass diese Behauptungen strittig seien. Später sperrte er ihren Account für zwölf Stunden, wie eine Benachrichtigung über die Sperre auf Greenes Twitter-Seite zeigt.

Die schwer abzugrenzende QAnon-Bewegung hat sich für Donald Trump zu einer wichtigen Stütze entwickelt. Beide eint die Bereitschaft, bizarre Verschwörungstheorien zu entwickeln. Es lässt sich allerdings kaum bestreiten, dass QAnons große Alternativerzählung über die Mächtigen dieser Welt selbst die Fantasterei von Trump-Anwältin Sidney Powell über eine Manipulation der Stimmzählmaschinen durch Hugo Chávez weit übertreffen. Einem messianisch überhöhten Trump stehen hier diabolische Demokraten und Milliardäre gegenüber, die Lebensexilier aus Kinderblut gewinnen. Das FBI warnte jüngst vor dem Gewaltpotenial der Gruppierung.

Mehr als 70.000 Accounts gesperrt: Twitter geht gegen QAnon vor

Sogar Twitter ist QAnon zu extrem. Sonst quittiert das Unternehmen Forderungen nach einem strikteren Umgang mit justiziablen Inhalten gerne mit dem Verweis auf ein selbstauferlegtes Neutralitätsgebot. Seit Beginn des Jahres geht es aber nicht nur gegen Amtsträger wie Trump und Greene vor: Am Wochenende nach den Ausschreitungen sperrte der Dienst mehr als 70.000 Accounts, die Inhalte und Botschaften von QAnon verbreitet hatten. In einem für das Unternehmen ungewöhnlich expliziten Statement bezeichnete Twitter die Grundlage der Bewegung als Verschwörungstheorie und die Verbreitung entsprechender Botschaften als „schädlich“. (Matthis Pechtold)

Rubriklistenbild: © Saul Loeb/AFP

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