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Trump-Schwindel im großen Stil? Harte Strafen drohen

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Von: Tim Vincent Dicke

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In New York drohen drastische Strafen: Donald Trump und seine Familie sind angeklagt. Über Jahre sollen sie im großen Stil betrogen haben.

New York – Erneut muss sich Donald Trump mit einem Rechtsstreit beschäftigen. Die Staatsanwaltschaft des Bundesstaats New York hat den früheren US-Präsidenten sowie drei seiner Kinder am Mittwoch (21.09.2022) zivilrechtlich angeklagt. Der Vorwurf, der im Raum steht: massive Finanzbetrügereien im Unternehmensimperium des Familien-Clans.

Die Anklage ist das Ergebnis jahrelanger Ermittlungen in den USA gegen die Trump Organization – sowohl gegen einzelne Angestellte und die Geschäftsführung, aber auch die Praktiken von Eigentümer Donald Trump wurden untersucht. Über lange Zeit soll der Konzern Steuerbehörden, Versicherungen und Banken über den wahren Zustand der Geschäfte getäuscht haben. Um sich Vorteile zu verschaffen, so der Verdacht.

Trump: In großem Stil soll die Organization betrogen haben

In dem Unternehmen ziehen die Söhne des Ex-Präsidenten die Fäden. Nach der gewonnenen Präsidentschaftswahl übergab Donald Trump ihnen die operative Leitung des Geschäfts. Donald Trump Jr., der seinem Vater in Sachen Provokationen in kaum etwas nachsteht, ist seitdem CEO der Organization, Eric Trump ist Vizepräsident.

Kontroverse Familienbeziehungen: Donald Trump Junior und Vater Donald Trump
Donald Trump Jr. und Vater Donald Trump sind für ihre provokanten Äußerungen bekannt. (Archivbild) © Douglas P. Defelice/AFP

Konkret wirft die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James dem Trump-Konzern vor, in den Bilanzen falsche und irreführende Werte angegeben zu haben, die verwendet worden seien, um niedrigere Steuern zu zahlen, Kredite zu garantieren und bessere Versicherungstarife zu erhalten.

Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter zählte James die Vergehen auf und stellte dar, wie das Unternehmen betrogen haben soll. So habe die Organization beim Wert des Immobilienbesitzes geschwindelt. „Trumps Wohnung im Trump-Tower zum Beispiel hat eine Fläche von 10.996 Quadratmetern. Dennoch gab er an, sie sei 30.000 Quadratmeter groß, um sie mit 327 Millionen Dollar zu bewerten. Eine Wohnung in New York City wurde noch nie für so viel verkauft“, schrieb die Juristin. Innerhalb weniger Stunden erreichte ihr Beitrag mehrere Zehntausend Likes.

Was Donald Trump und seinem Clan konkret droht

Des Weiteren habe Trump betrügerische Angaben in den eigenen Jahresabschlüssen gemacht. „So sparte er beispielsweise rund 150 Millionen Dollar, indem er auf Grundlage der Bilanzen günstige Zinssätze erhielt“, teilte James mit. Diese Verhaltensweisen müssten nun Konsequenzen haben – und das, was die Staatsanwältin erreichen will, hat es in sich. Die New Yorker Anklägerin möchte folgende Strafen und Maßnahmen durchsetzen:

„Als Generalstaatsanwältin von New York habe ich versprochen, dafür zu sorgen, dass die Rechtsstaatlichkeit für alle gleichermaßen gilt, auch für einen früheren Präsidenten der Vereinigten Staaten“, schrieb James und fügte hinzu, dass niemand über dem Gesetz stehe.

Ex-US-Präsident und Donald Trump Jr. wütend

Donald Trump reagierte auf die Anklage in üblicher Manier. Er diffamierte die Staatsanwältin als auch das Verfahren. „Eine weitere Hexenjagd durch eine rassistische Generalstaatsanwältin, Letitia James“, schrieb der Republikaner wütend auf seiner eigenen Plattform Truth Social. James ist Afroamerikanerin und Demokratin. Sie kandidiert für ihre Wiederwahl als oberste Strafverfolgerin von New York.

Sohn Donald Trump Jr. konterte die Vorwürfe ähnlich. „Hier geht es nur um Politik. Sie instrumentalisiert ihr Amt, um ihre politischen Gegner zu verfolgen!“, schrieb der 44-Jährige. James sei nichts weiter als eine demokratische Aktivistin, die sich nicht für Recht und Gesetz interessieren würde. (tvd)

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