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"General Mattis ist ein guter Mann. Wir kommen sehr gut miteinander aus. Er könnte gehen. Ich meine, irgendwann geht jeder."

US-Kabinett

Trump deutet Rücktritt von Verteidigungsminister Mattis an

In einem CBS-Interview wirft US-Präsident Donald seinem Pentagon-Chef Jim Mattis vor, den Demokraten nahe zu stehen - und heizt die Spekulationen über einen möglichen Rücktritt weiter an.

US-Präsident Donald Trump hat Spekulationen über ein mögliches Ausscheiden seines Verteidigungsministers Jim Mattis aus der Regierung weiter angeheizt. Es „könnte sein“, das Mattis sein Amt aufgeben werde, sagte Trump dem Sender CBS laut am Sonntag vorab veröffentlichten Interviewauszügen. Der US-Präsident warf dem Pentagon-Chef vor, den oppositionellen Demokraten nahe zu stehen. Mattis gilt innerhalb der US-Regierung als Gegengewicht zu Trump und dessen oftmals konfrontativem Politikstil.

Auf die Frage, ob er wolle, dass der Verteidigungsminister gehe, antwortete Trump in dem CBS-Interview: „Es könnte sein, dass er das tut. Ich glaube, er ist eine Art Demokrat, wenn Sie die Wahrheit wissen wollen“, sagte er in Anspielung auf die ihm verhasste Demokratische Partei. „Aber General Mattis ist ein guter Mann. Wir kommen sehr gut miteinander aus. Er könnte gehen. Ich meine, irgendwann geht jeder.“

Jim Mattis: „Ich liebe es hier“

Im jüngsten Enthüllungsbuch der Reporterlegende Bob Woodward war Mattis mit der Aussage zitiert worden, Trump habe die intellektuellen Fähigkeiten eines „Fünft- oder Sechstklässlers“. Die „New York Times“ hatte daraufhin unter Berufung auf frühere und aktuelle Regierungsbeamte berichtet, Mattis‘ Tage als Verteidigungsminister seien gezählt, weil der Präsident sich ausschließlich mit engen Getreuen und Ja-Sagern umgeben wolle.

Im vergangenen Monat hatte Mattis Spekulationen über seine Ablösung zu zerstreuen gesucht. „Natürlich habe ich nicht vor zu gehen“, sagte der Pentagon-Chef auf Nachfrage von Journalisten. „Ich liebe es hier.“ Mattis hat bislang öffentliche Konflikte mit Trump vermieden. Dass er nicht immer hinter dem Vorgehen des Präsidenten steht, wurde aber immer wieder deutlich.

Mattis gilt in der US-Regierung als ein Gegengewicht zum oft harschen Umgang Trumps mit den Verbündeten der USA. Anfang des Monats hatte er unmittelbar vor seiner Teilnahme am Nato-Rat in Brüssel versichert, stünden „eisern“ zu dem transatlantischen Verteidigungsbündnis. Trump hatte dies in der Vergangenheit wiederholt in Frage gestellt.

In dem CBS-Interview stellte Trump nach der Rücktrittsankündigung seiner Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, für Ende des Jahres generell Veränderungen in seinem Kabinett in Aussicht. „Ich ändere die Dinge. Und dazu habe ich das Recht. Ich habe phänomenale Leute, die bereitstehen. Sie werden in die Regierung kommen, sie werden phänomenal sein.“

Er habe ein „tolles Kabinett“, sagte Trump, und schränkte zugleich ein: „Da sind einige Leute, mit denen ich nicht glücklich bin. Ich habe einige Leute, von denen ich nicht begeistert bin. Und ich habe andere Leute, von denen ich mehr als begeistert bin.“ Seit seinem Amtsantritt im Januar 2017 hat es in Trumps Rergierungsmannschaft immer wieder Umbesetzungen auf Schlüsselposten gegeben.

Haley hatte für ihren geplanten Rücktritt keine konkreten Gründe angegeben. Beobachter wiesen darauf hin, dass die Ernennung von Mike Pompeo zum Außenminister im März und die von John Bolton zum Nationalen Sicherheitsberater im April das Kräfteverhältnis in Trumps Sicherheitsapparat deutlich verschoben habe. (afp)

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