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Trump und DeSantis: Es brodelt heftig zwischen den Alphatieren

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Von: Tim Vincent Dicke

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Floridas Gouverneur DeSantis äußert sich zu den Attacken, die aus der Richtung von Trump kommen. Dieser poltert derweil auf Truth Social.

Washington, D.C. – Die Stimmung zwischen dem früheren US-Präsidenten Donald Trump und Floridas Gouverneurs Ron DeSantis erreicht täglich neue Tiefpunkte. Zwischen den beiden republikanischen Alphatieren brodelte es heftig – der Umstand, dass Trump nun offiziell ins Präsidentschaftsrennen 2024 eingestiegen ist, dürfte die Beziehung nicht weniger kompliziert machen.

In den letzten Wochen haben sich die Attacken von Donald Trump gegen seinen härtesten Konkurrenten immer weiter hochgeschaukelt. Am Dienstag (15. November) äußerte sich DeSantis erstmals zu den Angriffen seines früheren Förderers. Es sei normal, dass politische Personen unter Beschuss gerieten, wenn sie eine herausragende Führungsrolle innehätten, erklärte der Republikaner bei einer Pressekonferenz.

„Man wird ständig angegriffen und genau das ist passiert. Ich denke nicht, dass irgendein Gouverneur mehr angegriffen wurde, insbesondere von den Medien, als ich während meiner vierjährigen Amtszeit“, sagte Ron DeSantis.

DeSantis spricht vom „größten Sieg der Republikaner“ in Florida

Letztendlich würden ihm die Fakten jedoch recht geben. Er habe sich als Gouverneur von Florida auf „Ergebnisse und Führung“ konzentriert – statt wie Trump ständig zu poltern, so sein Narrativ. Er riet Kritiker:innen, sich die Ergebnisse der Midterm-Elections anzuschauen. DeSantis war bei der Gouverneurswahl mit ungewöhnlich großem Abstand vor seinem demokratischen Herausforderer wiedergewählt worden, gilt seitdem für viele Beobachter:innen als der heimliche Machthaber der Republikanischen Partei. „Tatsache ist, dass wir den größten Sieg der Republikaner in der Geschichte des Staates Florida errungen haben“, so der 44-Jährige.

Donald Trump und Ron DeSantis
Donald Trump und Ron DeSantis gelten als die wahrscheinlichsten republikanischen Präsidentschaftskandidaten für 2024. (Archivbild) © Brendan Smialowski/AFP

Trump und DeSantis galten lange Zeit als enge Verbündete. Beide vertreten Hardliner-Positionen, positionieren sich beispielsweise gegen das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche. Nach seinem Wahlsieg 2018 in Florida nannte Trump den frisch gebackenen Sieger einen „besonderen Menschen, der einen unglaublichen Job gemacht hat“. Der Republikaner werde „ein fantastischer Gouverneur sein“.

Trump und DeSantis: Eine komplizierte Beziehung

Doch die Beziehung hat deutliche Risse bekommen. Seit Wochen überzieht Trump den Republikaner mit Schmähungen. Der ehemalige Präsident beschreibt DeSantis als „durchschnittlichen“ Typen und nennt ihn „Ron Scheinheilig“. Trump wirft seinem Konkurrenten vor, ein eigenes illoyales Süppchen zu kochen und sich nicht eindeutig zu einer Präsidentschaftskandidatur zu äußern.

„Er sagt: ‚Ich konzentriere mich nur auf das Rennen um den Gouverneursposten, ich schaue nicht in die Zukunft‘. Nun, in Bezug auf Loyalität und Klasse, das ist wirklich nicht die richtige Antwort“, wütete der 76-Jährige vor den Zwischenwahlen in den USA auf Truth Social.

Offenbar plant Trump, den Republikaner mit einem perfiden Plan aus dem Rennen zu ekeln. Dem US-Nachrichtensender CNN zufolge will Trump den Gouverneur des „Sunshine States“ als einen überheblichen Kandidaten darstellen, der sich für etwas besser halte als seine Wähler:innen. Trump dagegen sei der wahre Mann des Volkes.

Wendet Trump die Cruz-Strategie an?

Dieselbe Strategie hatte Trump bereits 2016 gegen den republikanischen Hauptgegner Ted Cruz verwendet. „Ich glaube, er wird untergehen“, sagte er damals über Cruz. „Ich denke, ein Mann kann nicht behaupten, dass er ein Christ sei, die Bibel hochhalten und dann über so viele Dinge lügen.“

Laut einem früheren Trump-Berater sei es wahrscheinlich, dass der 76-Jährige auch die Frau von DeSantis attackieren werde. Casey DeSantis habe angeblich die Hosen an, ihr Mann dagegen sei unterwürfig, kritisieren einige konservative Kommentator:innen. „Trump wird am Ende mit DeSantis und seiner Frau das machen, was er mit Cruz und seiner Frau gemacht hat“, sagte der ehemalige Berater des Republikaners dem US-Magazin Daily Beast. (tvd)

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