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Von 2012 an kamen Schutzbedürftige in Pikpa unter - das ist jetzt vorbei.

Geflüchtete

Alternatives Lesbos-Lager geräumt

  • Fabian Scheuermann
    vonFabian Scheuermann
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Die griechische Polizei hat das alternative Wohnprojekt Pikpa auf Lesbos aufgelöst, das seit 2012 bestand. Die Menschen wurden in ein Massenlager zwangsumgesiedelt.

Das selbst organisierte Flüchtlingswohnheim Pikpa auf der griechischen Insel Lesbos ist am Freitag von der Polizei geräumt worden. Das teilte die Hilfsorganisation „Lesvos Solidarity“, die Pikpa mitbetreibt, am Freitag mit. Das Grundstück sei im Morgengrauen abgeriegelt worden. Jurist:innen und der Presse sei anschließend der Zugang zu den rund 70 Bewohner:innen verweigert worden. Auch Anwält:innen von „Pro Asyl“ erginge es so, teilte die Organisation mit, die mit einer lokalen Initiative zusammenarbeitet. Ein Journalismuskollektiv meldete auf Twitter, die Polizei habe versucht, das Filmen des Einsatzes zu unterbinden.

Die aus ihren Wohneinheiten zusammengetrommelten Geflüchteten wurden von Pikpa in das alte Lager Kara Tepe gebracht. Menschenrechtsorganisationen hatten bereits im Vorfeld gegen die Räumung protestiert. In Pikpa lebten seit 2012 besonders Schutzbedürftige wie chronisch Kranke und Mütter mit Babys. Das Projekt galt als menschenfreundliche Alternative zu den überfüllten und unterversorgten offiziellen Insellagern.

Das griechische Migrationsministerium hatte die Räumung schon vor einer Weile angekündigt und unter anderem mit der informellen Natur des Projekts begründet. Ein erster Räumungsversuch am Donnerstag war abgebrochen worden. (mit epd)

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