Freitag ist Demo-Tag

Trotz Corona-Krise: Fridays for Future setzen Proteste für Klima fort

  • Daniel Dillmann
    vonDaniel Dillmann
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Greta Thunberg und ihre Verbündeten von Fridays for Future gehen wieder auf die Straße - auch in Zeiten der Corona-Pandemie.

  • Internationaler Klimaprotesttag: Fridays for Future demonstrieren trotz Corona-Pandemie.
  • Greta Thunberg spricht von einem Signal an die Politik, gesendet von Fridays for Future.
  • Hunderte Aktionen zur Klimakrise in Deutschland geplant.

Berlin - Nach monatelanger Pause setzen die Aktivist*innen der Fridays for Future Bewegung am heutigen Freitag ihre Proteste wieder fort. In zahlreichen Städten weltweit sind Demonstrationen und Protestaktionen angekündigt. Allein in Deutschland sind hunderte Aktionen im Rahmen des internationalen Klimaprotesttages geplant.

Fridays for Future verlagern Protest vom Internet zurück auf die Straße

Die Klimabewegung Fridays for Future hatte zu dem Protesttag aufgerufen - trotz der steigenden Fallzahlen in der Corona-Krise. Zuvor hatte der Protest der Klimaaktivist*innen sich vor allem auf das Internet beschränkt. Die Veranstalter*innen versicherten aber vielerorts, man werde sich an die Corona-Maßnahmen halten und alles dafür tun, um eine Verbreitung des Virus im Rahmen der Protestaktionen zu verhindern.

Laut Fridays for Future sind weltweit mehr als 3000 „Klimastreiks“ registriert. In Deutschland wurden mehr als 400 Demonstrationen angemeldet, darunter eine Mahnwache am Brandenburger Tor in der Hauptstadt Berlin. Die Zahl der Teilnehmer*innen könne sich in Zeiten der Corona-Pandemie nur schwer abschätzen lassen. In Berlin wurde seitens der Organisation eine Veranstaltung mit bis zu 10.000 Teilnehmer*innen angemeldet.

Fridays for Future Aktivistin Luisa Neubaer: „Die Regierung lässt uns keine andere Wahl“

Luisa Neubauer, die bekannteste Aktivistin der Fridays for Future Bewegung in Deutschland, beantwortete der Deutschen Presse Agentur (dpa) die Frage, warum die Bewegung gerade jetzt wieder auf der Straße aktiv werden wolle: „Die Regierung lässt uns keine andere Wahl, als gegen ihr anhaltendes Desinteresse an einer sicheren Zukunft für unsere Generation auf die Straße zu gehen“, so Neubauer. Man wolle bewusst ein Zeichen des „verantwortungsbewussten, demokratischen Widerstandes einer solidarischen Gesellschaft“ setzen - im Gegensatz zu den Coronaprotesten der vergangenen Wochen. Der Aufwand, dies inmitten der Pandemie zu organisieren, sei „immens“.

Dass es nicht immer so klappt wie von den Veranstalter*innen beabsichtigt, zeigt das Klimacamp Aachen. Dieses war wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Corona-Auflagen am Donnerstag zeitweise von einer Räumung bedroht. Die Stadt Aachen hatte den Aktivist*innen aber noch einmal Aufschub bis zum Freitagmorgen gewährt. Streitpunkt war nach Angabe der Behörden die Erfassung der 150 bis 200 Teilnehmer*innen. Nicht von allen hätten Namen, Adressen und Telefonnummern vorgelegen, sagte ein Sprecher der Stadt Aachen gegenüber der dpa.

Klimawandel setzt sich auch in der Corona-Krise fort

Mit dem fortschreitenden Klimawandel ist Forschern zufolge auch in Deutschland mit mehr und intensiveren Wetterextremen zu rechnen - davor hat in dieser Woche erneut der Deutsche Wetterdienst gewarnt. Nach DWD-Daten sei das aktuelle Jahrzehnt rund 1,9 Grad wärmer als die ersten Jahrzehnte (1881-1910) der Aufzeichnungen.

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg, die vor gut zwei Jahren mit einem „Schulstreik fürs Klima“ den Startschuss für die Fridays for Future Bewegung gegeben hatte und sich kürzlich mit EU-Kommissionchefin Ursula von der Leyen angelegt hatte, kündigte an, dass sowohl auf den Straßen als auch digital demonstriert werde. „Wir werden das auf viele verschiedene Arten tun, je nachdem, wie die Situation der Corona-Beschränkungen aussieht“, sagte sie vorab. „Wir tun das, um ein Signal zu senden, dass wir diese Krise als Krise behandeln müssen.“ Am wichtigsten sei, darauf hinzuweisen, dass diejenigen am meisten unter den Folgen des Klimawandels litten, die am wenigsten dafür könnten. (dil mit dpa)

Rubriklistenbild: © Dean Lewins

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