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Unter großem Medieninteresse geht im Wiener Hotel Imperial die Syrien-Konferenz über die Bühne.

Konferenz in Wien

Treffen der Erzfeinde

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Bei der Syrien-Konferenz in Wien sitzen zum ersten Mal die verfeindeten Staaten Saudi-Arabien und Iran an einem Tisch - gegen den Willen der Saudis.

Saudi-Arabien und Iran sind schon seit Jahren verfeindet. In Wien sollen sie gemeinsam nach einer Lösung im Syrien-Konflikt suchen. Die saudische Seite machte keinerlei Hehl aus ihrem Missfallen über die US-Einladung an den iranischen Erzrivalen. „Das ist, als wenn man Geier zu einem Festbankett einlädt und sie vergattert, mit Serviette zu essen und freundlich zu den Kellnern zu sein“, zitierte der „Guardian“ einen Golf-Diplomaten.

Außenminister Adel al-Jubeir bekräftigte, Assad müsse entweder „durch einen politischen Prozess abtreten, oder er wird mit Gewalt gestürzt“. Die Aussichten der Wiener Gespräche beurteilte der 53-Jährige skeptisch. „Ob die Iraner es ernst meinen, werden wir sehen. Wenn sie es nicht ernst meinen, werden wir keine weitere Zeit mit ihnen vergeuden“, erklärte Al-Jubeir.

Steht Iran weiter zu Assad?

Denn bislang stand der Iran eisern zu Baschar al-Assad und seinem Regime. Seit fast fünf Jahren liefert Teheran Waffen und Munition, stellt Kredite für Benzin und Lebensmittel zur Verfügung. Seine Militärberater sind an allen Fronten mit vor Ort. Mindestens 1000 iranische Revolutionsgarden kämpfen zusammen mit Eliteeinheiten der Hisbollah und schiitischen Milizen aus dem Irak an der Seite des Diktators.

Saudi-Arabien rüstet zusammen mit Katar und der Türkei die sunnitischen Rebellen auf, darunter die islamistische „Eroberungsarmee“, deren militärisches Rückgrat die Al-Kaida-nahe Al-Nusra-Front ist. Auch die seit Anfang Oktober in großer Zahl an der Front aufgetauchten amerikanischen TOW-Lenkraketen, mit denen die Rebellen Assads Panzer reihenweise in Brand schossen, stammen aus saudischen Beständen.

Der iranischen Führung ist bewusst, dass in der eigenen Bevölkerung der Unwille über die Milliardenhilfen für Syrien und die beinahe täglichen Verluste von „Freiwilligen“ auf dem Schlachtfeld wächst. Das nährt die Hoffnung, dass die Kompromissbereitschaft steigt.

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