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Die Beschwörung des Sieges am Tag des Todes - ein Student in Ramallah.

Den Trauernden ein Versprechen

Internationale Gemeinschaft sagt verstärktes Engagement für den von Krisen gebeutelten Nahen Osten zu

US-Präsident George W. Bush hat nach dem Tod von Palästinenserpräsident Yassir Arafat dem palästinensischen Volk das Beileid der Vereinigten Staaten übermittelt und von einem "bedeutenden Moment" in dessen Geschichte gesprochen. "Für das palästinensische Volk hoffen wir, dass die Zukunft Frieden bringt und die Erfüllung seines Strebens nach einem unabhängigen, demokratischen Palästina, das in Frieden mit seinen Nachbarn lebt", setzte Bush hinzu.

Die Europäische Union würdigte den Einsatz Arafats für die palästinensische Sache. Das palästinensische Volk habe mit dem Tod seines Präsidenten einen historischen Führer verloren, erklärte der niederländische Außenminister Ben Bot als amtierender Ratsvorsitzender der Gemeinschaft.

Bundespräsident Horst Köhler wünschte in einem Schreiben an den palästinensischen Übergangspräsidenten Rauhi Fattuh "den verantwortlichen Politikern in diesen schweren Tagen den Mut und die Weitsicht, entschlossene Schritte auf dem Weg des Friedens und der Reformen zu gehen."

Frankreichs Präsident Jacques Chirac sagte: "Mit Arafat verschwindet ein Mann des Mutes und der Überzeugung, der 40 Jahre lang den Kampf des palästinensischen Volkes um Anerkennung seiner nationalen Rechte verkörpert hat." Frankreich werde sich weiter für einen unabhängigen palästinensischen Staat an der Seite Israels einsetzen. Der britische Premier Tony Blair würdigte den Verstorbenen als Symbol der palästinensischen Bewegung. Russland rief die Völkergemeinschaft zu verstärkten Friedensbemühungen in Nahost auf. Staatschef Wladimir Putin sprach von einem schweren Verlust für alle Palästinenser.

Der Vatikan würdigte den Verstorbenen als einen Führern mit "großem Charisma". Vatikan-Sprecher Joaquin Navarro-Valls fügte hinzu: "Möge Gott seine Seele aufnehmen." Papst Johannes Paul II. traf elf Mal mit Arafat zusammen und gestand den Palästinensern ein "natürliches Recht auf ein Heimatland" zu.

Die arabische Welt nahm die Nachricht von Arafats Tod mit Bestürzung auf. Einige Länder, darunter Ägypten, riefen eine dreitägige Staatstrauer aus. "Wir haben ihn als Verteidiger des Rechts und Kämpfer gegen die Besatzung sowie im Einsatz für Frieden kennen gelernt", sagte Präsident Husni Mubarak über Arafat.

Die radikale Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad gab Israel die Schuld am Tod Arafats gegeben. Ministerpräsident Ariel Scharon habe sich gegen den Palästinenserpräsidenten verschworen, um ihn loszuwerden, sagte Dschihad-Anführer Chaled al Batesch am Donnerstag in Gaza. Die Erkrankung des Palästinenserpräsidenten sei die Folge einer Verschwörung gewesen, "und Scharon hatte bei der Tötung Arafats eine Hand im Spiel". Die Ärzte im Militärkrankenhaus bei Paris und Vertraute Arafats hatten eine Vergiftung des Palästinenserchefs ausgeschlossen.

Islamischer Dschihad und die radikal-islamische Hamas drückten ihre Trauer aus. Die Palästinenser hätten einen "historischen Anführer" verloren, sagte ein Dschihad-Vertreter. Beide Gruppierungen kündigten gleichzeitig an, den Kampf gegen Israel auch künftig fortsetzen zu wollen. Der Widerstand gegen den "zionistischen Feind" werde nicht enden, bis der Sieg erreicht sei. ap/dpa

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