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18.04.2021, Berlin: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält eine Kerze während einer Gedenkfeier anlässlich des zentralen Gedenkens für die Verstorbenen in der Corona-Pandemie in Deutschland im Konzerthaus am Gendarmenmarkt.
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18.04.2021, Berlin: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält eine Kerze während einer Gedenkfeier anlässlich des zentralen Gedenkens für die Verstorbenen in der Corona-Pandemie in Deutschland im Konzerthaus am Gendarmenmarkt.

Corona-Pandemie

Trauer um 80 000 Tote

In einer Gedenkstunde ruft der Bundespräsident zum Zusammenhalt auf.

Tagelang hatte sie auf ein Wunder gehofft. Vergebens. Bevor er wegen seiner Covid-19-Erkrankung ins künstliche Koma gelegt und maschinell beatmet werden musste, hatte ihr Mann Hannes, 59, sie noch angerufen: Er sei in besten Händen in der Klinik und freue sich aufs Wiedersehen mit ihr. So erzählt es seine Witwe, Anita Schedel, in der zentralen Gedenkstunde für die Verstorbenen der Corona-Pandemie am Sonntag in Berlin. Ihr Mann war selbst Arzt, hatte sich Covid-19 wohl in seiner Klinik eingefangen, und starb wenige Tage nach der Diagnose. „Ich bin ins Nichts gefallen“, sagt Anita Schedel. Sie dankt dem Bundespräsidenten für diese Gelegenheit, an die Zehntausenden zu erinnern, denen es wie ihrem Mann ging, und mahnt, die Pandemie weiter ernst zu nehmen: „Jeder Einzelne, dem mein Schicksal und das der Angehörigen und Freunde der 80 000 Corona-Toten in Deutschland erspart bleibt, ist es wert.“

In ganz Deutschland fanden am Sonntag auf Anregung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Gedenkveranstaltungen für die Opfer der Corona-Pandemie statt. An der zentralen Gedenkstunde im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt nahmen neben Steinmeier auch die Spitzen des Staates, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sowie Hinterbliebene und religiöse Würdenträger teil – in kleiner Runde unter strengsten Hygieneauflagen. Zuvor hatten die Spitzen der christlichen Kirchen in Deutschland gemeinsam mit jüdischen und muslimischen Geistlichen sowie Angehörigen und Genesenen in einem ökumenischen Gottesdienst der Verstorbenen gedacht.

„Wir sind ermüdet von der Last der Pandemie und wundgerieben im Streit um den richtigen Weg“, sagt Steinmeier als Hauptredner bei der zentralen Gedenkstunde. „Auch deshalb brauchen wir einen Moment des Innehaltens, einen Moment jenseits der Tagespolitik, einen Moment, der uns gemeinsam einen Blick auf die menschliche Tragödie der Pandemie erlaubt.“ Zu dieser Tragödie zähle auch, dass Sterben in der Pandemie – auch ohne Covid-19 – ein Sterben ohne Beistand und Abschied sei, betonte er.: „Eine Gesellschaft, die dieses Leid verdrängt, wird als ganze Schaden nehmen.“

Dass das Gedenken nicht allein den Toten gelten solle, betont Steinmeier mehrfach. Es gelte auch an die zu denken, „die diese Krise besonders hart getroffen hat“: „An die Menschen, die an den Spätfolgen einer Infektion leiden. An jene, die seelisch krank geworden sind vor Einsamkeit und Enge. An Menschen, die Gewalt erlitten haben. Wir denken an jene, die in wirtschaftliche Not geraten sind und um ihre Existenz bangen. An die Kinder, die auf Schule und Freunde verzichten müssen. An junge Menschen, die ausgerechnet in ihrem Start ins Leben ausgebremst sind.“

„Meine Bitte ist heute: Sprechen wir über Schmerz und Leid und Wut. Aber verlieren wir uns nicht in Schuldzuweisungen, im Blick zurück, sondern sammeln wir noch einmal Kraft für den Weg nach vorn, den Weg heraus aus der Pandemie, den wir gehen wollen und gehen werden, wenn wir ihn gemeinsam gehen“, sagt Steinmeier. (mit dpa)

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