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Ein entscheidender Faktor bei der Verschlechterung des deutsch-amerikanischen Verhältnisses: US-Präsident Donald Trump.

Studie

Transatlantische Beziehungskrise

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Eine Studie zum deutsch-amerikanischen Verhältnis zeigt eine deutliche Verschlechterung.

Das Bild der Deutschen von den USA hat sich im vergangenen Jahr noch mehr verfinstert: Inzwischen sind 73 Prozent der Meinung, dass die Beziehungen zu Amerika schlecht sind. Im vergangenen Jahr waren es noch 56 Prozent. Zwei Jahre nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump spricht sich nahezu die Hälfte der Deutschen gegen eine stärkere Zusammenarbeit beider Staaten aus. Bemerkenswert ist, dass die Amerikaner ganz anders über die Deutschen denken. 70 Prozent der Befragten, so eine aktuelle Umfrage, finden die deutsch-amerikanischen Beziehungen gut, und ebenfalls 70 Prozent wollen, dass Washington und Berlin ihre Zusammenarbeit noch verstärken.

Besonders schlecht kommt in der Umfrage des Pew Research Centers in Washington und der deutschen Körber-Stiftung der amtierende Präsident weg. Nur zehn Prozent der Befragten trauen Donald Trump zu, geopolitisch das Richtige zu tun. Zum Ende der Amtszeit von Trumps Vorgänger Barack Obama lag dieser Wert noch bei 86 Prozentpunkten. Und damals fanden auch 57 Prozent der Deutschen ihr Bild von Amerika noch positiv.

Besonders wenig Gefallen an Trump finden die Anhänger der Grünen (sechs Prozent), gefolgt von SPD und Linken (jeweils sieben Prozent) und der CDU (acht Prozent). Dagegen haben 25 Prozent der AfD-Anhänger Vertrauen zu Trump. Ähnlich sieht es bei der Frage nach dem positiven Amerika-Bild aus: Linke 28 Prozent, Grüne 29, SPD 31, CDU 33 und AfD 43.

Die Versuche Europas, eine eigenständigere Außenpolitik zu betreiben, scheinen den Deutschen zu gefallen. 72 Prozent der Befragten wünschen, dass sich Berlin stärker emanzipiert. In den USA ist es umgekehrt: 65 Prozent der Amerikaner wollen, dass die Beziehungen zu Deutschland so bleiben wie sie sind.

Auf einen Rekordwert ist die Zahl der Deutschen gestiegen, die das Gefühl haben, die USA könnten eine Bedrohung für ihr Land sein. So sehen das in der aktuellen Umfrage 49 Prozent der Befragten. 2017 lag dieser Wert bei 35 Prozent, und kurz nach Obamas Wiederwahl 2013 sagten das nur 19 Prozent der Deutschen. Nur etwa ein Drittel treibt dagegen ähnliche Gefühle um, wenn sie nach der Bedrohung aus China oder Russland gefragt werden.

Unterschiedliche Wahrnehmungen gibt es auch bei anderen Themen. 71 Prozent der Deutschland sehen den Klimawandel als ernste Bedrohung an. In den USA sind es nur 59 Prozent. Die Amerikaner dagegen machen sich größere Sorgen wegen des Atomwaffen-Programms in Nordkorea.

Dagegen ist die Nato nach wie vor sehr beliebt. Auf beiden Seiten des Atlantiks haben jeweils mehr als 60 Prozent der Befragten ein positives Bild von dem Verteidigungsbündnis. Trumps Forderungen, die Europäer sollten mehr für Verteidigung ausgeben, werden in den USA nur von einer Minderheit (39 Prozent) geteilt. 46 Prozent der US-Befragten sagen, der Beitrag Deutschlands könne bleiben, wie er ist. Dagegen sprechen sich in Deutschland 43 Prozent für eine Erhöhung des Verteidigungshaushalts aus.

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