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Frankreich gedenkt der Terroranschläge von 2015. (Archivbild)

Paris

Traf sich Terrorist mit Neonazis?

Der mutmaßliche Helfer der Terroranschläge von Paris im November 2015, Salah Abdeslam, soll sich wenige Wochen nach der Bluttat mit Neonazis in Ungarn getroffen haben.

Der mutmaßliche Helfer der Terroranschläge von Paris im November 2015, Salah Abdeslam, soll sich wenige Wochen nach der Bluttat mit Neonazis in Ungarn getroffen haben. Das berichtete das ungarische Portal „zoom.hu“ am Montag unter Berufung auf Quellen in der Budapester Regierung, die nicht genannt werden wollten. Abdeslam soll demnach im Januar 2016 mit Mitgliedern der militant rechtsextremen Ungarischen Nationalen Front (MNA) zusammengetroffen sein.

Wie das Portal weiter ausführte, wurde Abdeslam während seines Aufenthalts in Ungarn vom ungarischen Geheimdienst observiert. In Absprache mit den französischen und belgischen Behörden habe man aber von seiner Festnahme abgesehen, um herauszufinden, mit wem er sich treffen würde. Eigentlich war er international zur Fahndung ausgeschrieben. Der Mann, der als einziger Überlebender der Pariser Terrorzelle gilt, wurde im März 2016 in Brüssel verhaftet.

Die MNA, die auch Verbindungen zum russischen Militärgeheimdienst GRU pflegte, verwendete Videos der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) für ihre eigene Propaganda. Im Oktober des Vorjahrs durchsuchte die Polizei das Haus des MNA-Chefs Istvan Györkös nahe der westungarischen Stadt Györ. Györkös erschoss dabei einen Polizisten. Er wurde anschließend festgenommen.

Im Januar 2016 wollte eine österreichische Touristin Abdeslam in einem Kaffeehaus der westungarischen Grenzstadt Sopron gesehen haben. Die Frau erstattete anschließend Anzeige bei der österreichischen Polizei. Damals hatte die Wiener "Kronen-Zeitung" darüber berichtet. (dpa)

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