+
Bekam fünf Stimmen: Francesco Totti, Altstar von AS Rom.

Italien

Totti for President

In Italien zieht sich die Wahl eines neuen Präsidenten weiter hin. Auch im zweiten Wahldurchgang bekommt kein Kandidat die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit. Gleichzeitig wird ein obskures Wahlverhalten offensichtlich: Viele geben leere Stimmzettel ab, andere wählen Fußball- oder Mode-Stars.

Die Wahl eines neuen italienischen Staatspräsidenten ist auch im zweiten Durchgang gescheitert. Keiner der Kandidaten kam am Freitagmorgen auf die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit. Wie schon in der ersten Runde gab mit 531 erneut die Mehrheit der 1009 wahlberechtigten Senatoren, Abgeordneten und Vertreter der Regionen einen leeren Stimmzettel ab.

Darüber hinaus wurde bekannt, dass einige Wahlberechtigte ihre Stimme auch für Kandidaten fern der Politik abgaben. So bekam Fußballlegende Francesco Totti (38) fünf Stimmen - die waren jedoch alle ungültig, weil der Kapitän vom AS Rom die nötige Altersgrenze von 50 noch nicht überschritten hat. Der Modeunternehmer Santo Versace, Bruder von Gianni Versace, kam am Freitag auf sechs Stimmen.

Stimme für Anwalt von Amanda Knox

Auch die TV-Moderatorin Barbara D'Urso und der Präsident des nationalen Olympischen Komitees, Giovanni Malagò, hatten jeweils einen Fan unter den Wählern. Sogar der Staatsanwalt im spektakulären Mordprozess gegen die US-Austauschstudentin Amanda Knox ("Engel mit den Eisaugen"), Giuliano Mignini, bekam eine Stimme.

Der italienische Präsident wird von Vertretern des Senats, des Abgeordnetenhauses und den Regionen gewählt. Regierungschef Matteo Renzi will den Kandidaten seiner Demokratischen Partei (PD), den Verfassungsrichter Sergio Mattarella, am Samstag im vierten Durchgang wählen lassen. Dann reicht eine absolute Mehrheit aus, weshalb Renzi hofft, den 73-Jährigen mit Hilfe einiger kleinerer Parteien zum Nachfolger von Giorgio Napolitano machen zu können. (dpa/zys)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion