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Tote bei Terroranschlag in Bagdad

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Bei der Explosion der Autobombe vor der jordanischen Botschaft in Bagdad kamen mindestens acht Menschen ums Leben, 50 wurden verletzt.
Bei der Explosion der Autobombe vor der jordanischen Botschaft in Bagdad kamen mindestens acht Menschen ums Leben, 50 wurden verletzt. © dpa

Bombe explodiert vor Jordaniens Botschaft / Russland für neue UN-ResolutionBei der Explosion einer Autobombe vor Jordaniens Botschaft in Iraks Hauptstadt Bagdad sind am Donnerstag mindestens acht Menschen getötet und 50 verletzt worden. Der Sprengsatz war offenbar in einem Kleinbus versteckt und per Fernsteuerung gezündet worden. Mehr dazu im Dossier Irak nach dem Krieg

BAGDAD / MOSKAU, 7. August (ap/dpa/rtr). Der Oberkommandierende der alliierten Landstreitkräfte in Irak, US-General Ricardo Sanchez, sprach am Donnerstagnachmittag von acht Toten, die Anzahl der Verletzten des Anschlags sei noch unklar. Die irakische Polizei berichtete hingegen von mindestens elf Todesopfern. Es war der bislang schwerste Terroranschlag in Irak seit dem Sturz von Staatschef Saddam Hussein am 9. April dieses Jahres.

Augenzeugen berichteten, ein Mann habe am Morgen ein Fahrzeug vor dem Eingang der jordanischen Botschaft abgestellt und sei kurz vor der Explosion weggerannt. Irakische Polizisten schilderten dem arabischen Fernsehsender Al Dschasira, fünf ihrer Kollegen, die das Botschaftsgelände bewachen sollten, seien bei dem Anschlag getötet worden. Krankenhaussprecher gingen von insgesamt zwölf Todesopfern und mindestens 52 Verletzten aus. Durch die Wucht der Detonation im Westen Bagdads stürzte eine Mauer des zweistöckigen Botschaftsgebäudes an einigen Stellen ein. Mehrere Autos in der Umgebung wurden stark beschädigt.

US-Außenminister Colin Powell verurteilte den Bombenanschlag. Die Welt müsse gemeinsam handeln, um solche Terrorakte zu verhindern, sagte Powell in Washington. Er habe der jordanischen Regierung sein Mitgefühl ausgedrückt.

Über die Täter oder mögliche Motive für den Anschlag lagen zunächst keine Erkenntnisse vor. "Wir haben im Moment keine Ahnung, wer hinter diesem feigen Terrorakt steckt, aber wer immer es war, wird sich vor Gericht verantworten müssen", sagte Jordaniens Informationsminister Bail el Scharif. Sein Land hatte den Krieg gegen Irak unterstützt und US-Truppen die Nutzung von Stützpunkten in Jordanien gewährt. Vor einigen Tagen hatte die Regierung in Amman zwei Töchtern sowie Enkelkindern von Saddam Asyl gewährt. Ein Iraker sagte am Ort der Explosion: "Wir wollen nicht, dass Saddams Angehörige in Jordanien sind, und jetzt zahlen sie (die Jordanier) den Preis dafür."

Bei einem Gefecht zwischen US-Besatzungseinheiten und irakischen Aufständischen wurden am Mittwochabend nach Angaben des Pentagon zwei US-Soldaten getötet und ein weiterer verletzt. Bei einem anderen Zwischenfall erschossen US-Truppen am Donnerstag einen irakischen Zivilisten, nachdem ein Fahrzeug der Soldaten in Brand gesetzt worden war.

Nach Informationen des US-Militärs entzieht sich Saddam durch ständige Ortswechsel in Irak seiner Festnahme. "Er zieht alle drei bis vier Stunden um", sagte US-Generalmajor Ray Odierno in Tikrit. Unterstützt werde Saddam von seinem Clan und loyalen Anhängern seines Regimes. Beweise dafür legte er nicht vor.

Bei Gesprächen zwischen Russland und den USA plädierte Moskau erneut für eine weitere UN-Resolution über den Wiederaufbau in Irak. Beide Seiten seien sich "weitgehend einig" über einen neuen Beschluss des UN-Sicherheitsrates, sagte Russlands Vizeaußenminister Juri Fedotow nach dem Treffen mit seinem US-Kollegen William Burns in Moskau.

Auch Russlands Außenminister Igor Iwanow warb über die Agentur Interfax für eine neue Resolution, um die "Chancen der internationalen Gemeinschaft, dem irakischen Volk bei der Überwindung der Krise zu helfen", zu vergrößern. Die USA und Großbritannien wollen in einer neuen UN-Resolution weiteren Staaten die rechtliche Grundlage bieten, sich an Friedenssicherung und Wiederaufbau in Irak zu beteiligen.

Dossier: Irak nach dem Krieg

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