Mali

134 Tote nach Angriff auf ein Dorf in Mali

Der Hintergrund des Überfalls ist unklar.

Im Zentrum Malis hat eine bewaffnete Gruppe ein Dorf überfallen und Einwohner massakriert. Ein Sprecher des malischen Militärs ging nach ersten Zählungen von mindestens 115 Todesopfern aus. Das Büro von UN-Generalsekretär António Guterres sprach von 134 Toten und mindestens 55 Verletzten. Aus Sicherheitskreisen hieß es, die Opfer seien erschossen oder mit Macheten getötet worden.

Nach Militärangaben stürmten unbekannte Bewaffnete am Samstagmorgen das Dorf Ogossagou Peulh in der Region Mopti. Unter den Toten seien schwangere Frauen, kleine Kinder und Senioren. „Die Zahl der Todesopfer ist grausam. Alle waren Zivilisten, es gibt viele Verletzte und eine Reihe von Häusern wurden angezündet“, sagte Regierungssprecher Amadou Koita.

Hinzu kamen demnach Hunderte Fälle von Brandstiftung. Die Regierung sandte Truppen, um die Gegend zu sichern. Guterres zeigte sich schockiert von der Gewalt. Er forderte die malischen Behörden auf, ihre Bemühungen zu verdoppeln, „um Frieden und Stabilität nach Zentralmali zurückzubringen“. Einem Sprecher von Guterres zufolge leistete die UN-Mission in Mali (Minusma) Unterstützung aus der Luft, um weitere Angriffe zu verhindern und Verletzte auszufliegen. Wer hinter dem Überfall steckt, war zunächst unklar.

Das westafrikanische Mali ist seit 2012 Aufmarschgebiet für islamistische Gruppierungen, die damals die Kontrolle über den Norden des Landes übernahmen. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff 2013 militärisch ein und drängte die Islamisten zurück. Trotz der Präsenz Tausender internationaler Soldaten herrscht weiter Instabilität. In Mali ist auch die Bundeswehr im Einsatz. Sie beteiligt sich unter anderem mit 1000 Soldaten an der UN-Mission im Norden des Landes. Die Friedensmission läuft seit 2013. 2015 schlossen die bewaffneten Gruppierungen in dem westafrikanischen Land ein Friedensabkommen.

Am Freitag hatten die Botschafter der 15 Mitgliedstaaten des UN-Sicherheitsrats Mali besucht und waren mit der Regierung in Bamako zusammengetroffen. UN-Generalsekretär Antonio Guterres hatte Anfang März erklärt, im vergangenen halben Jahr seien hinsichtlich der Umsetzung des Friedensabkommens mehr Fortschritte erzielt worden als in der Zeit davor. (dpa/afp)

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