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Ein pakistanischer Soldat vor einer zerstörten Scheibe des chinesischen Konsulats.

Terror in Pakistan

Tote nach Angriff auf chinesisches Konsulat in Karachi

Bei einem Angriff auf das chinesische Konsulat im südpakistanischen Karachi sind mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen.

Bei zwei Anschlägen in Pakistan sind mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen. In Nordwestpakistan habe ein Selbstmordattentäter am Freitag an einem Obstmarkt vor einer Koranschule eine Sprengstoffweste gezündet, sagte der Behördenvertreter Muzammal Khan. Mindestens 25 Menschen seien getötet und weitere 38 teils lebensgefährlich verletzt worden. Wenige Stunden davor haben in der südlichen Hafenstadt Karachi drei mit Maschinengewehren und Handgranaten bewaffnete Angreifer versucht, das chinesische Konsulat zu stürmen, sagte der Polizeichef von Karachi, Ameer Sheikh.

Einer habe sich außerhalb des Gebäudes in der exklusiven Wohngegend Clifton in die Luft gesprengt und dabei zwei Polizisten und einen privaten Sicherheitsmann getötet. Zwei weitere Angreifer seien von Sicherheitskräften in der Nähe der Visa-Abteilung getötet worden, sagte der pakistanische Außenminister Mehmood Qureshi in Islamabad. Alle chinesischen Mitarbeiter seien wohlauf und von Sicherheitskräften an einen sicheren Ort gebracht worden. Der Minister nannte den Angriff einen „feigen Versuch, die pakistanisch-chinesischen Beziehungen zu sabotieren“.

Das chinesische Außenministerium verurteilte den Angriff. Der Sprecher des Außenministeriums, Geng Shuang, sagte Journalisten in Peking, China habe die pakistanische Seite dazu aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen, um chinesische Insitutionen im Land zu schützen.

Zu dem Angriff bekannte sich die Befreiungsarmee Baluchistans (BLA), die chinesische Investitionen in der südwestlichen Provinz Baluchistan ablehnt. Die Gruppe hatte im Gegensatz zu islamistischen Gruppierungen in Pakistan bis vor kurzem keine Selbstmordattentäter eingesetzt. Sie veröffentlichte Bilder von den drei Angreifern.

Fernsehbilder zeigten, wie eine schwarze Rauchwolke über dem Gebiet aufstieg. Es war weitreichend von Sicherheitskräften abgeriegelt worden. In unmittelbarer Nähe befinden sich auch weitere diplomatische Einrichtungen, darunter das russische Konsulat.

Chinesische Staatsbürger und Infrastrukturprojekte sind in der Vergangenheit bereits mehrmals von islamistischen und nationalen Militanten angegriffen worden. Ein Mitglied der BLA sprengte sich im August in einem Fahrzeug in die Luft, das chinesische Ingenieure in eine entfernte Gegend von Baluchistan brachtem und verletzte dabei mehrere von ihnen.

China investiert im Zuge des sogenannten China-Pakistan Wirtschaftskorridors (China Pakistan Economic Corridor, CPEC) 62 Milliarden Dollar in die Energie- und Transportinfrastruktur Pakistans.

Anschläge und Gewalt waren in Pakistan  in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen, nachdem das Militär radikale Islamisten in mehreren Offensiven in der Nähe der afghanischen Grenze bekämpft und zurückgeschlagen hatte. Die Militanten sind aber weiterhin in der Lage, Angriffe durchzuführen.

Zu der Tat an dem Obstmarkt im Bezirk Orakzai in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa bekannte sich bisher niemand. Was das genaue Ziel des Attentäters gewesen sein könnte, sei unklar, sagte Khan. (dpa)

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