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Israelische Soldaten setzen Tränengas gegen die Palästinenser ein - und sie schießen scharf.

Nahost

Tote bei "Marsch der Rückkehr" in Gaza

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Palästinensische Demonstranten und Israels Armee liefern sich eine gewaltsame Auseinandersetzung. Die Rede ist von 15 getöteten Palästinensern und 1400 Verletzten.

Was als friedliche Großkundgebung von Palästinensern angekündigt war, endete in blutigen Zusammenstößen: An der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen spielten sich am Freitag dramatische Szenen ab. Israelische Soldaten schossen gezielt auf mit Steinen und Molotowcocktails bewaffnete Rädelsführer der Massendemonstration. Am Freitagabend berichteten Medien von 15 getöteten Palästinensern und 1400 Verletzten.

Für den „Marsch der Rückkehr“, an dem sich nach palästinensischen Angaben 30.000 Menschen beteiligten, hatten die Organisatoren in Gaza ein symbolträchtiges Datum gewählt: den sogenannten Land-Tag, der an palästinensische Proteste gegen die Konfiszierung von Land am 30. März 1976 erinnert. Damals waren sechs unbewaffnete arabische Demonstranten von der israelischen Polizei erschossen worden. Aus Solidarität finden jedes Jahr Kundgebungen zum Gedenken statt – in Israel und den besetzten Gebieten.

Eskalation im Grenzgebiet schien programmiert

Dieses Mal wählten die Initiatoren in Gaza den Land-Tag als Auftakt einer sechswöchigen Protestkampagne, die sich gegen die von angekündigte Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem richtet und die palästinensischen Rechte wieder auf die Tagesordnung setzen soll. In dem Aufruf hieß es, man wolle Zeltdörfer nahe der Pufferzone in Gaza hin zur israelischen Grenze aufschlagen.

Schon die Ankündigung versetzte Israels Militär in Alarmbereitschaft. Die Armee verdoppelte das Artilleriekontingent an der Gaza-Grenze. 100 Scharfschützen wurden zusätzlich positioniert. Verteidigungsminister Avigdor Lieberman twitterte eine Warnung in Arabisch: Man wolle Todesopfer vermeiden, aber wer sich heute dem Grenzzaun nähere, riskiere sein Leben.

Die Eskalation schien programmiert. Am Abend berichtete die Armee, zwei bewaffnete Palästinenser hätten am nördlichen Grenzzaun israelische Soldaten angegriffen; diese hätten das Feuer erwidert. Anschließend bombardierten Panzerkräfte und die Luftwaffe als Vergeltung drei Stellungen der Hamas in Gaza. Weiter hieß es, die Truppen hätten Verdächtige unter Beschuss genommen, die versucht hätten, auf israelisches Gebiet vorzudringen. Die Vorfälle zeigten, dass Terroristen im Schatten der Proteste eigene Ziele verfolgten. Israel machte also die radikal-islamische Hamas für die Eskalation verantwortlich. Ihre Führer, so ein Armeesprecher, nutze dafür in zynischer Weise Zivilisten aus Sie habe sogar ein siebenjähriges Mädchen vorgeschickt, das von den Soldaten aber als harmlos erkannt worden sei. Hamas-Chef Ismael Hanija heizte den Demonstranten ein: Dieser Marsch sei eine Botschaft an Trump, dass das palästinensische Volk weder seinen Anspruch auf Jerusalem noch auf Palästina aufzugeben bereit sei.

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