Tote in Falludscha

US-Armee setzt Mörser ein

Bagdad · 30. Juli · ap/dpa · US-Außenminister Colin Powell hat am Freitag in Bagdad bei einem Überraschungsbesuch einen beschleunigten Fluss von Hilfsmitteln für den Wiederaufbau im Irak angekündigt. Bei der unangekündigten Visite sprach er mit Übergangsstaatschef Ghasi el Jawer und Vize-Ministerpräsident Barham Saleh über die Sicherheitslage und den Wiederaufbau. Saleh sagte, bis Ende des Jahres würden neun Milliarden US-Dollar an Hilfe in Projekten umgesetzt werden. Dadurch würden zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen.

Überschattet wurde das Treffen von neuen Kämpfen. In Falludscha lieferten sich US-amerikanische und irakische Soldaten in der Nacht zum Freitag ein stundenlanges Gefecht mit Aufständischen. Krankenhausangaben zufolge wurden mindestens 13 Iraker getötet und 14 verletzt. Auf Seiten der US-Truppen gab es nach Militärangaben keine Toten oder Verletzten. Augenzeugen berichteten, dass zahlreiche Mörsergeschosse im Osten der Stadt abgefeuert worden seien. Dort sind die US-Truppen stationiert. Nach Militärangaben hatten die Rebellen eine Patrouille von Marineinfanteristen und irakischen Soldaten mit Schüssen, Mörsern und Granaten angegriffen. Die Streitkräfte hätten daraufhin Panzer sowie Artillerie eingesetzt und Luftangriffe geflogen.

Im Internet wurden am Freitag weitere Drohungen gegen Staaten veröffentlicht, die die US-amerikanische Politik in Irak unterstützen. Die Urheber bezeichneten frühere Online-Ultimaten als Fälschungen.

Bush hebt Sanktionen auf

US-Präsident George W. Bush hat die vor 14 Jahren gegen den Irak verhängten Sanktionen fast vollständig aufgehoben. Er begründete diesen Schritt mit dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein. Damit folgt die Regierung Beschlüssen der UN. Das US-Finanzministerium hatte zuvor die Sanktionen bereits weitgehend aufgehoben. In den USA eingefrorene Gelder des alten Regimes bleiben aber von der Verfügung, die am heutigen Freitag in Kraft tritt, unberührt. Die Sanktionen waren nach der Kuwait-Invasion im August 1990 verhängt worden.

Aus Protest gegen die Geiselnahme dreier Inder haben Bewohner eines Dorfes im Norden Indiens 37 ausländische Urlauber vorübergehend festgesetzt. Nach Angaben der Polizei stoppten sie zwei Busse, in denen die Touristen unterwegs waren. Erst nach fast 18 Stunden durften die Urlauber weiterfahren. Fast 1500 Menschen blockierten am Freitag die Straße und forderten von der indischen Regierung größere Anstrengungen zur Freilassung der Geiseln.

Dossier: Irak nach dem Krieg

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