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Konflikt mit China

Tokio dreht bei

  • VonBernhard Bartsch
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Die japanische Staatsanwaltschaft lässt den seit Anfang September gefangenen chinesischen Kapitän frei – offenbar hat das Land Angst vor wirtschaftspolitischen Racheakten der Volksrepublik.

Japan hat im diplomatischen Schlagabtausch mit China eingelenkt und den Kapitän eines chinesischen Fischerboots freigelassen, der Anfang September in einem umstrittenen Seegebiet festgenommen worden war. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo meldet, verzichtet die Staatsanwaltschaft aus Rücksicht auf die chinesisch-japanischen Beziehungen auf eine Anklage.

Bisher hatte sie dem Kapitän vorgeworfen, mit seinem Fischkutter absichtlich zwei Schiffe der japanischen Küstenwache gerammt zu haben. In dem Fall hatte sich ein seit Jahrzehnten währender Territorialstreit um eine Inselgruppe entladen, die auf Japanisch Senkaku und auf Chinesisch Diaoyu heißt, und in deren Umgebung reiche Erdgasvorkommen lagern. Peking hatte die bedingungslose Freilassung verlangt und mit „ernsthaften Konsequenzen“ für das Verhältnis zwischen der zweit- und drittgrößten Wirtschaftsmacht gedroht.

Furcht vor Exportstopp

Obwohl Japans Regierung zweieinhalb Wochen lang betont hatte, den Fall nach rein juristischen Kriterien entscheiden zu wollen, dürfte am Ende die politische Kosten-Nutzen-Rechnung ausschlaggebend gewesen sein. In den vergangenen Tagen hatten sich in Tokio die Sorgen vor wirtschaftlichen Racheakten der Chinesen gemehrt. Handelsminister Akihiro Ohata etwa befürchtete, China könne die Ausfuhr von Rohstoffen zurückhalten, die in der Elektronik- und Automobilindustrie dringend gebraucht werden. Händler hatten zuvor von einem Lieferstopp sogenannter seltener Erden berichtet. Peking bestritt den Ausfuhrstopp.

Zusätzlichen Druck schien Peking am Donnerstag mit der Festnahme von vier Angestellten des japanischen Bauunternehmens Fujita Corp. ausüben zu wollen. Sie sollen militärisches Sperrgebiet betreten und dort gefilmt haben. Die Japaner waren mit Arbeiten zur Bergung japanischer Chemiewaffen aus dem Zweiten Weltkrieg beauftragt.

Bereits vergangene Woche hatte China alle diplomatischen Kontakte auf Minister- und Provinzebene abgesagt, eine geplante Gesprächsrunde über den Seekonflikt gestrichen, und den Austausch von Schülergruppen und Wirtschaftsdelegationen auf Eis gelegt. Doch der Streit um die Inseln schwelt schon länger. Diese werden seit 1895 von Japan kontrolliert. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren sie ein amerikanisches Protektorat, bevor Washington sie 1971 an Tokio zurückgab. Peking besteht dagegen darauf, die Inseln gehörten zur „chinesischen Provinz Taiwan“.

US-Außenministerin Hillary Clinton hatte ihrem japanischen Amtskollegen Seiji Maehara am Donnerstag versichert, dass die Inseln unter den amerikanisch-japanischen Sicherheitspakt fallen. Auch US-Verteidigungsminister Robert Gates sagte, Washington werde seine „Bündnisverpflichtungen erfüllen“. Sprich: Im Fall eines militärischen Konflikts mit China würden die USA Japan zu Hilfe kommen.

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