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Tödliches Marburg-Virus: Ghana bestätigt erste Fälle

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Von: Ares Abasi

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Eine tödliche Virus-Erkrankung breitet sich in Westafrika aus. Bislang stehen 98 Menschen in Ghana unter Quarantäne.

Accra – Ghana hat die ersten beiden Fälle des tödlichen Marburg-Virus bestätigt, einer hoch ansteckenden Krankheit, die zur gleichen Familie wie das Ebola-Virus gehört. Die beiden Patienten starben kürzlich in einem Krankenhaus in der südlichen Ashanti-Region. Ihre Proben waren Anfang des Monats positiv und wurden nun von einem Labor im Senegal überprüft.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden des westafrikanischen Landes stehen nun 98 Personen unter Quarantäne, bei denen der Verdacht auf Kontakt mit Ebola besteht. Darunter befinden sich Verwandte, Mediziner und Leichenbestatter, die mit den beiden Patienten in Kontakt gekommen sind. Dies ist das zweite Mal, dass das Virus in Westafrika nachgewiesen wurde. Im vergangenen Jahr gab es einen bestätigten Fall in Guinea, doch wurde dieser Ausbruch im September, fünf Wochen nach der Entdeckung des Falls, für beendet erklärt.

Marburg-Virus
Elektronenmikroskopische Aufnahme des Marburg-Virus. © Bernhard-Nocht-Institut/dpa

Marburg-Virus: WHO lobt rasche Reaktion Ghanas

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die die ghanaischen Gesundheitsbehörden unterstützt, hat die rasche Reaktion des Landes gelobt. „Das ist gut, denn ohne sofortiges und entschiedenes Handeln kann Marburg leicht außer Kontrolle geraten“, sagte Dr. Matshidiso Moeti, der Afrika-Direktor der WHO. „Ein ganzes multidisziplinäres Team ist vor Ort, um sicherzustellen, dass wir in der Lage sind, die wirkliche Quelle dieser Krankheit zu finden“, so Dr. Patrick Kumah-Aboagye, der Leiter des ghanaischen Gesundheitsdienstes, gegenüber dem BBC-Radio Focus on Africa.

Um weitere Todesfälle zu verhindern, wurden die Ermittlung von Kontaktpersonen und strenge Maßnahmen zur Infektionskontrolle eingeführt. Außerdem gehen Teams in die Gemeinden, um sie für die Symptome zu sensibilisieren und sicherzustellen, dass sie die Gesundheitsbehörden alarmieren, wenn ein Verdachtsfall auftritt. Es gibt noch keine Behandlung für Marburg – aber Ärzte sagen, dass das Trinken von viel Wasser und die Behandlung spezifischer Symptome die Überlebenschancen der Patienten verbessert.

Marburg-Virus Ghana: Von Flughunden übertragen

Das Virus wird von Flughunden auf den Menschen übertragen und breitet sich durch die Übertragung von Körperflüssigkeiten zwischen Menschen aus. Zu den Personen, die am meisten gefährdet sind, sich anzustecken, gehören Familienangehörige und Krankenhauspersonal, das sich um Erkrankte kümmert. Die ghanaischen Behörden warnen die Bevölkerung, sich von Höhlen fernzuhalten und alle Fleischprodukte vor dem Verzehr gründlich zu kochen.

Außerhalb Westafrikas wurden frühere Ausbrüche und sporadische Fälle in Angola, der Demokratischen Republik Kongo, Kenia, Südafrika und Uganda gemeldet, so die WHO. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation forderte das Virus 2005 in Angola mehr als 200 Todesopfer – der bisher tödlichste Ausbruch. Es handelt sich um eine schwere, oft tödlich verlaufende Krankheit mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Fieber, Muskelschmerzen, Erbrechen von Blut und Blutungen. Der allererste Marburg-Ausbruch fand 1967 in Deutschland statt, wo sieben Menschen starben. (Ares Abasi)

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