Großbritannien

Tod in Birmingham

Clubnacht endet in rassistischer Messerattacke.

Es hätte nicht geschehen dürfen - und schon gar nicht in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Denn da hatte Birminghams Clubszene eine „multikulturelle Nacht“ ausgerufen. Aber zwei Gruppen von Jugendlichen oder jungen Erwachsenen ergingen sich alsbald in „rassistischen Beleidigungen“, bevor dann Messer gezückt wurden. Am Ende der Nacht waren sieben Menschen verletzt, zwei davon schwer. Und ein junger Mensch war tot.

Cara Curran, eine Angestellte eines der Musik-Clubs, die die Party-Nacht organisiert hatten, berichtete der BBC von den zuerst verbalen Auseinandersetzungen und fügte dann hinzu: „Ich arbeite seit zwei Jahren in der Clubszene und habe viele Kämpfe gesehen, aber noch nie so etwas wie heute Nacht.“ Es soll in der Umgebung auch noch andere Zwischenfälle gegeben haben, die eventuell mit der tödlichen Messerstecherei in Zusammenhang standen, wie der Mayor der Birmingham umgebenden Region West Midlands, Andy Street (vergleichbar mit einem Regierungspräsidenten in Deutschland), mitteilte. Die Polizei war aber den ganzen Sonntag über mit Aufräumungsarbeiten und ersten Nachforschungen beschäftigt, weshalb sie auch bis Redaktionsschluss keine klare Auflistung von Vergehen oder Informationen zu möglichen Verdächtigen herausgeben konnte. Gerüchte über Festnahmen wurden nicht bestätigt.

Messerstechereien sind ein großes Problem in Großbritannien. Seit dem Massaker in der Grundschule im schottischen Dunblane 1996 (18 Tote und 15 Verletzte) sind Feuerwaffen in Privatbesitz im Königreich weitgehend verboten; deshalb wird nun eher zu Messern gegriffen. In den vergangenen Jahren hat es auch Terrorattacken mit Stichwaffen im Land gegeben.

Auch im Südosten Londons wurden an diesem Wochenende fünf Menschen bei Messerstechereien verletzt. Eine Person habe möglicherweise lebensgefährliche Verletzungen erlitten, teilte die Polizei am Sonntag mit. Fünf Menschen wurden laut Scotland Yard festgenommen. (FR/dpa)

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