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Das Satiremagazin Titanic lebt von der Provokation.
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Das Satiremagazin Titanic lebt von der Provokation.

Satire und Zensur

Google sperrt Titanic-App: „Wir werden behandelt wie Donald Trump“

  • Katja Thorwarth
    vonKatja Thorwarth
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Die App des Satiremagazins Titanic wurde im Google-Play-Store gesperrt. Titanic-Chefredakteur Moritz Hürtgen zieht einen Vergleich zu Donald Trump.

  • Das Satiremagazin Titanic hat eine Auseinandersetzung mit Google.
  • Grund ist die Titanic-App im Google Play Store.
  • Titanic-Chefredakteur Hürtgen spricht von Zensur und zieht Vergleiche zwischen der Titanic und Donald Trump.

Frankfurt am Main - Die Titanic ist nicht dafür bekannt, viel Rücksicht auf den Geschmack der gesellschaftlichen Mitte zu nehmen. Vielmehr ist Grenzüberschreitung Teil ihres Geschäftsmodells, nicht selten hat sie sich juristischer Auseinandersetzungen stellen müssen.

Das gilt nicht nur für Text, vielmehr waren ihre Titel Stein des Anstoßes. Nun hat Google die Titanic-App aus ihrem Store genommen. Die FR sprach mit Chefredakteur Moritz Hürtgen.

Google sperrt Titanic wegen „Obszönität“ der Bilder

Herr Hürtgen, die Titanic hat aktuell Ärger mit Google. Warum wurde Ihre App im Google Play Store gesperrt? 

Google stört sich an inzwischen drei unserer Titelmotive, es geht um die Ausgaben 12/2020, 4/2019 und 4/2018. Es wird von uns verlangt, dass wir diese Motive löschen oder zensieren, um weiter im „Play Store“ auftreten zu dürfen. Das kommt für uns nicht infrage. Seit zwei Wochen sind wir gesperrt, unsere zahlenden „PlayStore“-Abonnent:innen haben keinen Zugriff auf neu erscheinende Ausgaben und werden von uns auf anderem Wege versorgt.

Satiretitel der Titanic: Für Google zu „obszön“.

Wie begründet Google die Sperre? 

Mit „profanity“ und/oder Obszönität der Bilder. Als wir die App im Jahr 2014 bei Google einreichten, gaben wir aber an, dass es auf und in unserem Heft zur Darstellung von Nacktheit und Sexualität kommt. Nur im satirischen Kontext freilich.

Was vermuten Sie, weshalb gerade jetzt? Sexuelle und religionskritische Darstellung ist doch nichts Neues bei Ihnen.

Ich vermute, die Sache ist politisch. Wir werden behandelt wie Donald Trump! Es gibt natürlich Parallelen: ein Boomer-Publikum, freche Sprüche und Lügen, Lügen, Lügen. Aber man kann TITANIC doch trotzdem nicht mit dem ehemaligen US-Präsidenten vergleichen! Wir wollen keinen Umsturz in den USA – sondern nur in Deutschland.

Titanic: Digitale Zukunft für 2030 geplant

Wie wichtig ist die App? Werden die Leser:innen wieder auf den Print zurückgreifen müssen? 

Titanic-Titel von 2018: 2021 ein Grund für die Google-Zensur.

Der Großteil unserer Einnahmen stammt von unseren treuen Print-Abonnent/innen, die ich an dieser Stelle herzlich grüßen möchte. Dennoch schwebt auch TITANIC eine digitale Zukunft vor, die etwa im Jahr 2030 beginnen soll. Da schmerzt das natürlich ein kleines bisschen. Die gute Nachricht aber ist: In Apples Store dürfen wir noch verkaufen – und dort haben die Nutzer viel mehr Geld.

Sehen Sie die Aktion von Google als Zensur? 

Google möchte uns zur Selbstzensur drängen, rechnet aber nicht damit, dass wir so ein Riesengezeter daraus machen, anstatt uns einfach still zu fügen. Ich wette darauf, dass Google in den nächsten Tagen behaupten wird, alles sei nur ein Missverständnis gewesen, und irgendein Algorithmus sei schuld. Die Wahrheit ist aber: Seit zwei Wochen werden unsere Einsprüche abgewiesen und immer mehr Motive beanstandet.

Grund für Zensur bei Google: Titanic-Motiv von 2019.

Wie gehen Sie inhaltlich um?

Gar nicht. Bei TITANIC gilt das heilige Statut: Die Redaktion ist vollkommen unabhängig und entscheidet allein über alle Inhalte. Wenn Google uns mit allen Motiven wieder zulässt, verkaufen wir weiter im „Play Store“. Wenn nicht, dann nicht. Ich rate allen Leser:innen dieses Interviews: Schließen Sie noch heute ein TITANIC-Print-Abo ab, diese Schrulle können Sie sich leisten!

 

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