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Julia Timoschenko droht eine Mordanklage. (Archivbild)
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Julia Timoschenko droht eine Mordanklage. (Archivbild)

Julia Timoschenko Ukraine

Timoschenko droht eine Mordanklage

Eine Gerichtsverhandlung gegen Julia Timoschenko ist erneut verschoben worden. Für Aufsehen sorgen weitere schwere Vorwürfe der ukrainischen Justiz. Die Politikerin soll 1996 einen Mord in Auftrag gegeben haben. Ihr Anwalt spricht von lächerlichen Anschuldigungen.

Ein zweiter Prozess gegen die inhaftierte ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko (52) ist in Abwesenheit der erkrankten Politikerin auf den 12. Februar vertagt worden. An dem Verfahren wegen Veruntreuung und Steuerhinterziehung müsse die Oppositionsführerin persönlich teilnehmen, sagte Richter Konstantin Sadowski örtlichen Medien zufolge am Freitag in Charkow. In der Stadt rund 450 Kilometer östlich von Kiew wird Timoschenko seit Mai 2012 wegen Rückenschmerzen in einer Klinik von Berliner Ärzten gepflegt.

Die Politikerin soll sich demnächst auch wegen des Mordes an einem Abgeordneten vor 17 Jahren verantworten. Die Staatsanwaltschaft sehe es als bewiesen an, dass Timoschenko den Mord an Jewgeni Schtscherban 1996 in Auftrag gegeben habe, sagte Generalstaatsanwalt Viktor Pschonka in Kiew. Timoschenkos Anwalt Sergej Wlassenko nannte die Vorwürfe „absurd“.

Bei Verurteilung droht Timoschenko lebenslange Haft

Schtscherban und Timoschenko mischten damals im lukrativen Gasgeschäft mit. Auch der frühere Regierungschef Pawel Lasarenko sei verwickelt, behauptete Generalstaatsanwalt Pschonka. Bei einer Verurteilung droht Timoschenko lebenslange Haft. Kritiker sehen die Strafverfahren gegen die Oppositionsführerin als politisch motiviert.

In Charkow protestiert die Ex-Regierungschefin seit elf Tagen gegen die Videoüberwachung in ihrem Zimmer und gegen das männliche Wachpersonal. Timoschenko schläft ihrem Anwalt zufolge im benachbarten Gesprächszimmer auf dem Boden. Zu ihrer Unterstützung hatten drei Abgeordnete ihrer Partei in den vergangen Tagen bei Timoschenko übernachtet - gegen den Willen der Klinikleitung. 2011 war die Oppositionsführerin in einem international kritisierten Prozess wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Straflager verurteilt worden. (dpa)

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