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Ukraine-Krieg: Raketenwerfer und Mörser im Einsatz - Charkiw unter heftigem Beschuss

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Von: Helena Gries

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Nach Verhandlungen kündigt Russland an, Kampfhandlungen zu reduzieren und Truppen abzuziehen. Die Ukraine und der Westen sind nicht überzeugt.

+++ 11.15 Uhr: Vor allem im Osten der Ukraine gehen die kriegerischen Auseinandersetzungen offenbar unvermindert weiter. Laut Informationen des Gouverneurs der Stadt Charkiw, Oleh Synehubov, soll die Millionenmetropole 180 Mal mit Raketenwerfern bombardiert worden sein. Dabei seien Wohngebäude und zivile Infrastruktur beschädigt worden. Opfer wurden bislang keine gemeldet.

Update vom Mittwoch, 30.03.2022, 09.45 Uhr: Trotz andauernden Verhandlungen über einen Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine werden auch am Mittwochmorgen erneut Explosionen aus Kiew gemeldet. Die Warnsirenen seien in der ganzen Stadt zu hören gewesen. Das berichtet das Nachrichtenportal Kyiv Independent. Auch aus den Städten Schytomyr, Charkiw, Dnipro und Poltawa wurden Luftangriffe gemeldet.

Die Stadt Charkiw gleicht aufgrund der Angriffe aus Russland im Ukraine-Krieg stellenweise einem Trümmerfeld.
Die Stadt Charkiw gleicht aufgrund der Angriffe aus Russland im Ukraine-Krieg stellenweise einem Trümmerfeld. © Sergej Bobok/afp

Ukraine-Krieg-News: Die Lage am Mittwoch

Erstmeldung vom Mittwoch, 30.03.2022, 07.00 Uhr: Kiew – Nach neuen Friedensgesprächen mit der Ukraine hatte Russland am Dienstag (29.03.2022) zugesagt, seine Kampfhandlungen bei Kiew und Tschernihiw deutlich zurückzufahren. Vize-Verteidigungsminister Alexander Fomin sagte nach einem Treffen in Istanbul, seine Regierung wolle so Vertrauen aufbauen und weitere Verhandlungen ermöglichen.

Die Ankündigung aus Moskau*, die Kampfhandlungen bei Kiew zu drosseln, ist in der Ukraine und im Westen mit Skepsis aufgenommen worden. „Diese Signale übertönen nicht die Explosionen russischer Geschosse“, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj* in der Nacht zum Mittwoch. Realität sei, dass die ukrainischen Städte weiter belagert und beschossen würden. Daher seien die ukrainischen Streitkräfte „die einzige Garantie für unser Überleben“, sagte Selenskyj. „Die Verteidigung der Ukraine ist unsere Aufgabe Nummer eins, alles andere wird davon abgeleitet“, betonte Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache.

Ukraine-Krieg-News: Russischer Truppenabzug sei nur taktisches Manöver

Das US-Verteidigungsministerium sieht die russische Ankündigung im Ukraine-Konflikt als taktisches Manöver und warnt vor einer neuen Militäroffensive in anderen Landesteilen. Pentagon-Sprecher John Kirby sagte, es sei bislang nur zu beobachten, dass sich „eine sehr kleine Zahl“ russischer Truppen nördlich von Kiew von der ukrainischen Hauptstadt wegbewege. „Wir sind nicht bereit, die russische Begründung zu glauben, dass es ein Abzug ist.“

Es sei möglich, dass die Soldaten von Wladimir Putin* dort nur abgezogen würden, um in einem anderen Teil der Ukraine, etwa der umkämpften östlichen Donbass-Region, eingesetzt zu werden. Man müsse mit einer größeren Offensive gegen andere Teile der Ukraine rechnen. Russland könne Kiew weiter aus der Ferne mit Raketen beschießen, warnte Kirby: „Die Bedrohung für Kiew ist nicht vorbei.“

Die US-Streitkräfte verlegen angesichts des Ukraine-Kriegs weitere Kampfflugzeuge, Transportmaschinen und Soldaten nach Osteuropa. Eine Einheit von rund 200 Marineinfanteristen aus den USA* sei nach Angaben von Kirby nach Litauen verlegt worden. Außerdem würden zehn Kampfflugzeuge und einige Transportmaschinen mit rund 200 dazugehörigen Soldaten nach Osteuropa gebracht.

Ukraine-Krieg-News: London sieht russische Offensive bei Kiew als gescheitert an

Die ukrainische Militärführung betrachtet den Abzug russischer Truppen aus den Fronten nördlich von Kiew nur als Umgruppierung. Der „sogenannte Truppenabzug“ sei eher eine Rotation von Einheiten, mit der die ukrainische Militärführung getäuscht werden solle, erklärte der ukrainische Generalstab in der Nacht zum Mittwoch (30.03.2022).

Die britische Militäraufklärung betrachtet die russische Offensive zur Einkesselung der ukrainischen Hauptstadt Kiew als gescheitert, wie aus einem Update des Verteidigungsministeriums von Großbritannien* hervorgeht. Zudem lasse die russische Ankündigung, den militärischen Druck auf Kiew zu senken, darauf schließen, dass Russland seine Initiative in der Region verloren habe. Britische Militärexperten hielten es nun für „höchst wahrscheinlich“, dass Russland seine Kampfkraft aus dem Norden der Ukraine in den Südosten verlege. Dort solle jetzt die Offensive in der Region Luhansk und Donezk verstärkt werden.

Ukraine-Krieg: UN sieht humanitäre Krise

Die humanitäre Krise in der Ukraine als Folge des russischen Angriffskriegs ist nach Ansicht des Chefs des UN-Welternährungsprogramms, David Beasley, „eine Katastrophe auf einer Katastrophe“. Bereits vor dem Krieg habe es beispielsweise im Jemen oder an einigen Orten Afrikas schlimme Hunger-Krisen gegeben, wo man nur mit großen Mühen ausreichend helfen habe können, sagte Beasley am Dienstag dem UN-Sicherheitsrat in New York. Nun sei die Krise in der Ukraine noch dazugekommen. Das Land sei innerhalb weniger Wochen „vom Brotkorb zu Brot-Schlangen“ verändert worden.

Ukraine-Krieg: US-Ministerium warnt vor Reisen nach Russland

In einer ungewöhnlich harten Reisewarnung hat das US-Außenministerium alle Amerikanerinnen und Amerikaner darauf hingewiesen, dass sie bei Reisen in Russland von den dortigen Sicherheitsbehörden festgesetzt werden könnten und empfohlen, Russland umgehend zu verlassen. Angesichts der russischen Invasion in die Ukraine sei „das Potenzial für Belästigung von US-Bürgern“ durch russische Sicherheitsdienste gestiegen, ebenso wie das gezielte Heraussondern und Festsetzen von US-Bürgerinnen und Bürgern, teilte das Ministerium in der Reisewarnung mit. (Helena Gries mit dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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