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Ukraine-Krieg: Explosionen in Kiew – Russland befeuert Hauptstadt im Minutentakt

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Von: Lukas Rogalla, Christian Stör

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Kiew ist im Ukraine-Krieg unter Beschuss. Die russischen Truppen setzen ihre Angriffe fort.

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+++ 16.16 Uhr: Die ukrainische Hauptstadt steht weiterhin unter Beschuss. Wie der US-amerikanische Nachrichtensender CNN berichtet, können Einwohnende in Kiew und den Regionen ringsherum ihre Unterschlüpfe täglich nur für ein paar Minuten ungefährdet verlassen.

Rauch dringt aus den Fenstern, nach dem Beschuss eines Wohnhauses durch russischen Truppen. Die russischen Bodentruppen machen in der Ukraine nach Einschätzung der US-Regierung weiter kaum Fortschritte. Die Hauptstadt Kiew werde weiter aus großer Entfernung bombardiert, sagte ein hoher US-Verteidigungsbeamter am Dienstag, 15.03.2022. Immer öfter würden zivile Ziele wie Wohngebiete getroffen.
Rauch dringt aus den Fenstern, nach dem Beschuss eines Wohnhauses durch russischen Truppen. © Mykhaylo Palinchak/dpa

„Es gibt nonstop Explosionen, alle zwei oder drei Minuten. In vielen Vorgärten liegen Granaten“, berichtet ein ukrainischer Einwohner unweit der Hauptstadt dem amerikanischen Nachrichtensender. Das Verlassen der eigenen vier Wände sei zu gefährlich. Essen müsse man haltbar machen und sparsam aufbrauchen, da das Kochen auf Lagerfeuern außerhalb „unmöglich“ geworden sei, ohne unter Beschuss zu geraten.

+++ 15.00 Uhr: Die Belagerung Kiews durch die russischen Streitkräfte scheint ins Stocken geraten zu sein. „Der Feind versucht, auf Kiew vorzustoßen. Er war erfolglos und ging zur Verteidigung über“, teilte das ukrainische Militär am Nachmittag mit. Russische Truppen seien auf dem ihrem Weg in die Hauptstadt aus nördlicher Richtung gestoppt worden. Die Lage in Kiew scheint sich derzeit zu beruhigen.

+++ 11.45 Uhr: Bei Angriffen in Kiew sind nach ukrainischen Angaben auch Splitter einer Artilleriegranate im Zentrum der ukrainischen Hauptstadt in ein Wohnhaus eingeschlagen. Das oberste Stockwerk eines zwölfstöckigen Gebäudes sei zerstört worden, hieß es von der Katastrophenschutzbehörde. Zwei Menschen seien den Flammen zum Opfer gefallen.

Ukraine-Krieg: Chef des Roten Kreuzes in Kiew

+++ 11.30 Uhr: Wieder reist ein prominenter Besucher nach Kiew. Nach den Regierungschefs von Polen, Tschechien und Slowenien, die am Dienstag (15.03.2022) Kiew besucht haben, ist nun der Rotkreuz-Chef Peter Maurer in die eingekesselte ukrainische Hauptstadt gereist. Maurer sei für fünf Tage vor Ort, um sich für besseren Zugang für humanitäre Organisationen und einen größeren Schutz der Zivilbevölkerung einzusetzen, teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz in Genf mit. Maurer werde Vertreter der ukrainischen Regierung treffen. Ebenso werde der Dialog mit der Regierung in Moskau fortgesetzt, teilte das IKRK mit. Es betont, dass die Organisation grundsätzlich neutral ist und niemals Seiten in einem Konflikt einnimmt.

Ukraine-Krieg: Kiew von Explosionen erschüttert

+++ 08.35 Uhr: In Kiew sind heute Morgen laut Berichten von AFP-Korrespondenten erneut mehrere starke Explosionen zu hören gewesen. So habe es am frühen Morgen im Westen der ukrainischen Hauptstadt drei Detonationen gegeben. Wie bereits am Vortag, als die russischen Streitkräfte mehrere Wohnhäuser unter Beschuss genommen hatten, stiegen anschließend schwarze Rauchsäulen auf. Weitere Explosionen folgten später am Morgen. Die Behörden machten zunächst keine Angaben. Wegen einer am Dienstagabend verhängten Ausgangssperre konnten auch Medienvertreter sich nicht in der Stadt bewegen.

Ukraine-Krieg: Bodentruppen rund um Kiew kommen nicht voran

+++ 22.42 Uhr: Nach Einschätzung der US-Regierung machen die russischen Bodentruppen im Ukraine-Krieg weiter kaum Fortschritte. Die Hauptstadt Kiew werde weiter aus großer Entfernung bombardiert, sagte ein hoher US-Verteidigungsbeamter am Dienstag (15.03.2022) laut dpa. Immer öfter würden zivile Ziele wie Wohngebiete getroffen. Das russische Militär sei aber nicht nennenswert näher an die Stadt herangerückt.

Schätzungen nach seien die russischen Truppen im Nordwesten etwa 15 bis 20 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, im Osten seien es zwischen 20 und 30 Kilometer.

Ukraine-Krieg: Kameramann von Fox News nahe Kiew getötet

+++ 18.30 Uhr: Im Ukraine-Krieg sind seit dem russischen Angriff mindestens vier Reporter getötet und mehr als 30 verletzt worden. Außer dem US-Journalisten Brent Renaud seien die ukrainischen Reporter Wiktor Dudar und Jewhen Sakun durch russischen Beschuss ums Leben gekommen, schrieb die Menschenrechtsbeauftragte des ukrainischen Parlaments, Ljudmyla Denisowa, am Dienstag bei Telegram. Der US-Sender Fox News* teilte am Dienstag mit, der Kameramann und Fotograf Pierre Zakrzewski sei nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew ums Leben gekommen. Die Angaben sind nicht unabhängig zu überprüfen.

„Die russischen Besatzer kämpfen gegen eine objektive Berichterstattung ihrer Kriegsverbrechen in der Ukraine, sie töten und beschießen Journalisten“, behauptete Denisowa. Reporter Dudar sei in der Nähe der südukrainischen Großstadt Mykolajiw getötet worden, Kameramann Sakun durch einen Raketenangriff in Kiew. Auch auf ausländische Reporter sei gezielt gefeuert worden. Dabei seien mehrere Journalisten verletzt worden, darunter ein Schweizer und zwei Dänen. Eine Crew des britischen Senders Sky News hatte selbst gefilmt, wie sie in Butscha nordwestlich von Kiew beschossen wurde. Dabei wurde Reporter Stuart Ramsay verletzt.

Wie Fox News weiter mitteilte, war Zakrzewski am Montag mit dem Korrespondenten Benjamin Hall in Horenka unterwegs gewesen, als ihr Fahrzeug unter Beschuss geriet. Hall sei verletzt worden und werde weiter im Krankenhaus behandelt. Russland hat bisher mehrere Fernsehtürme gezielt zerstört oder getroffen, darunter in Kiew und nahe des nordwestukrainischen Riwne. Damit soll die Kommunikation erschwert werden. Dabei gab es mehrere Tote.

Ukraine-Krieg: Russland kesselt Kiew ein – Klitschko verhängt Ausgangssperre

Update vom Dienstag, 15.03.2022, 14.30 Uhr: Der russische Vormarsch auf Kiew, der zu Beginn des Ukraine-Kriegs aufgrund des erbitterten Widerstands der ukrainischen Truppen ins Stocken geriet, gewinnt wieder an Fahrt. Die Verteidiger liefern sich heftige Kämpfe mit den vorrückenden russischen Einheiten am nordwestlichen Stadtrand. Eine weitere Front entsteht derzeit in den weitläufigen Industriegebieten im entlegeneren Nordosten Kiews.

„Die Russen wollen Panik säen in unserer Stadt“, sagt Bürgermeister Vitali Klitschko. „Aber das wird nicht passieren. Es wird jeden Ukrainer nur dazu motivieren, unsere Stadt noch mehr zu verteidigen.“

Ukraine-Krieg: Kiew fast vollständig umzingelt

Erstmeldung vom Mittwoch, 15.03.2022: Kiew - Die ukrainische Hauptstadt wird immer mehr zum Kessel. Russische Streitkräfte sind am 20. Tag des Ukraine-Kriegs so weit vorgedrungen, dass sie Kiew inzwischen fast vollständig umzingelt haben. In der Stadt befindet sich nach wie vor die Hälfte der einst drei Millionen Einwohner. Sie können die Stadt nur noch in Richtung Süden verlassen. Vor allem in den im Nordwesten Kiews gelegenen Vororten haben sich die Kämpfe zuletzt stark intensiviert.

Bei Angriffen auf Wohngebiete sind nach ukrainischen Angaben am Dienstagmorgen mindestens zwei Menschen getötet worden. Einer der Angriffe habe ein 16-stöckiges Wohnhaus im Stadtteil Swjatoschyn im Westen Kiews getroffen, schrieb der Rettungsdienst im Onlinedienst Facebook. „Es wurden zwei Leichen geborgen, 27 Menschen wurden gerettet.“ Präsident Wolodymyr Selenskyj sah dennoch Fortschritte bei Verhandlungen mit Russland.

Ukraine-Krieg: Heftige Explosionen in Kiew

Im Stadtteil Podil löste ein Angriff einen Brand in einem mehrstöckigen Wohngebäude aus. Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete von schwerer Zerstörung. Die ukrainische Parlamentsabgeordnete Lesia Wasylenko veröffentlichte auf Twitter ein Foto, zu dem sie schrieb: „Der Stadtteil Podil von Kiew ist ein Ort, an dem man Kaffee trinkt und das Leben genießt. Jetzt nicht mehr. Vor 30 Minuten wurde (Podil) von Sprengstoff getroffen.“ Nach Angaben des Rettungsdienstes wurde auch im Viertel Osokorky ein Wohnhaus getroffen.

Bürgermeister Vitali Klitschko kündigte ab Dienstagabend eine 36-stündige Ausgangssperre an. Die Ausgangssperre werde vom Dienstag, dem 15. März 2022, um 20.00 Uhr (Ortszeit, 19.00 MEZ) bis Donnerstag, 17. März 2022, um 07.00 Uhr andauern, erklärte Klitschko im Messengerdienst Telegram. Er sprach von einem „schwierigen und gefährlichen Moment“ für die ukrainische Hauptstadt. „Sich ohne spezielle Genehmigung in Kiew zu bewegen, ist verboten“, erklärte Klitschko. „Nach draußen zu gehen ist nur erlaubt, um zu den Schutzräumen zu gehen.“

Ukraine-Krieg: Regierungschefs reisen nach Kiew

Trotz der heftigen Gefechte im Ukraine-Krieg machen sich die Regierungschefs Polens, Tschechiens und Sloweniens auf ins Kriegsgebiet. Der Zug, der Mateusz Morawiecki, Petr Fiala und Janez Jansa nach Kiew bringen soll, habe am Morgen die Grenze überquert, sagte ein polnischer Regierungsvertreter. In Kiew ist nach polnischen Angaben ein Treffen mit Präsident Selenskyj und Regierungschef Denys Schmyhal geplant. „Ziel des Besuchs ist, die unmissverständliche Unterstützung der gesamten Europäischen Union für die Souveränität und Unabhängigkeit der Ukraine zu bekräftigen“ und ein Hilfspaket vorzustellen.

Das russische Verteidigungsministerium teilte unterdessen mit, dass es sich die Eroberung der bereits eingekesselten Großstädte im Ukraine-Krieg vorbehält. In einem solchen Fall werde es aber humanitäre Korridore zum Schutz der Zivilbevölkerung geben, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Präsident Wladimir Putin habe bislang von einem „sofortigen Angriff“ auf die Hauptstadt Kiew und andere ukrainische Großstädte abgesehen, „um große zivile Verluste zu vermeiden“. (cs/dpa/afp)*fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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