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Der katholische Theologe Gotthold Hasenhüttl verlor sein Priesteramt, weil er bei einem ökumenischen Gottesdienst 2003 in Berlin die Kommunion an Protestanten verteilte.

Katholiken

Theologe tritt aus Kirche aus

Der vom Priesteramt suspendierte Saarbrücker Theologe Gotthold Hasenhüttl gehört nicht mehr der katholischen Kirche an. Zur Begründung sagte er, die Institution sei "starr und fundamentalistisch orientiert".

Nachdem der Theologie-Professor auf dem Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin die Kommunion an Protestanten verteilt hatte, war er vom Priesteramt suspendiert worden. Der damalige Trierer Bischof Reinhard Marx entzog Hasenhüttl 2006 außerdem die kirchliche Lehrerlaubnis. "Ich kann diese fundamentalistische Institution nicht mehr mittragen", sagte der 76-Jährige nun. Er betonte, er habe die Kirche als "Körperschaft des öffentlichen Rechts", aber nicht als "Glaubensgemeinschaft" verlassen. "Wenn die Kirche den Menschen in den Mittelpunkt stellt und die Ökumene ernsthaft anstrebt, werde ich sofort wieder eintreten". In einem Brief an den Trierer Bischof Stephan Ackermann beruft sich Hasenhüttl laut Saarbrücker Zeitung auf den Päpstlichen Rat für die Gesetzestexte, der 2006 betont hatte, dass ein bloß formaler Kirchenaustritt noch keinen Abfall vom Glauben darstelle. Im Gegensatz dazu hatte die Deutsche Bischofskonferenz jedoch im April 2006 erklärt, dass ein Kirchenaustritt gleichwohl einen "Abfall von der Kirche" bedeute und eine Exkommunikation zur Folge habe. (dpa/dapd)

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