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Eine Frau ist in Thailand wegen Majestätsbeleidigung gegen König Maha Vajiralongkorn zu einer hohen Strafe verurteilt worden.
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Eine Frau ist in Thailand wegen Majestätsbeleidigung gegen König Maha Vajiralongkorn zu einer hohen Strafe verurteilt worden.

„Schockierend“

Thailand: 43 Jahre Haft für Frau wegen „Majestätsbeleidigung“

  • Nico Scheck
    vonNico Scheck
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Eine frühere Beamtin ist in Thailand wegen Majestätsbeleidigung zu einer Rekordstrafe verurteilt worden. Sie hatte Audioclips über König Vajiralongkorn geteilt.

  • In Thailand wird eine Frau wegen Majestätsbeleidigung zu einer Strafe von über 40 Jahren verurteilt.
  • Sie hatte Audioclips über die Monarchie in Thailand auf Facebook und bei YouTube veröffentlicht.
  • Seit Monaten demonstriert dort eine Demokratiebewegung gegen die Regierung.

Bangkok – 43 Jahre und sechs Monate Haft: So lautet das Urteil gegen eine frühere Beamtin in Thailand. Sie hatte vor Gericht zugegeben, Audioclips über die Monarchie im Land und den thailändischen König Maha Vajiralongkorn veröffentlicht zu haben. Die Frau erhielt die Rekordstrafe, nachdem sie in 29 Anklagepunkten wegen Majestätsbeleidigung für schuldig befunden wurde, wie unter anderem „tagesschau.de“ und „RND“ berichten.

PersonMaha Vajiralongkorn
Geboren28. Juli 1952 (Alter 68 Jahre), Amphorn Sathan Residential Hall, Bangkok, Thailand
PartnerinSineenat Wongvajirapakdi (2019–)
EhepartnerinSuthida (verh. 2019)
Kinderu.a. Bajrakitiyabha, Dipangkorn Rasmijoti
GeschwisterMaha Chakri Sirindhorn, Ubol Ratana, Chulabhorn Walailak
ElternBhumibol Adulyadej, Sirikit

So hatte die Frau bei Facebook und Youtube Audioclips veröffentlicht, die angeblich kritische Kommentare über die Monarchie beinhalteten, wie die Gruppe Thailändische Anwälte für Menschenrechte am Dienstag (19.01.2021) mitteilte.

Frau wird in Thailand wegen Majestätsbeleidigung zu Rekordstrafe verurteilt

Demnach habe sich die Frau vor dem Strafgericht schuldig bekannt, weil sie hoffte, dass das Gericht dadurch Nachsicht zeigen würde. Schließlich habe sie besagte Audioclips mit den angeblich kritischen Kommentaren über die Monarchie in Thailand und König Vajiralongkorn nur geteilt, nicht aber selbst kommentiert, wie die Verurteilte örtlichen Medien gegenüber betonte.

Statt der erhofften Nachsicht hagelte es für die frühere Beamtin jedoch eine Rekordstrafe. Aktivisten kritisierten das Urteil vehement. „Das Gerichtsurteil von heute ist schockierend und sendet eine gruselige Botschaft, dass Kritiken an der Monarchie nicht nur nicht toleriert werden, sondern auch schwer bestraft werden“, erklärte etwa Sunai Phasuk von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch.

Massenproteste in Thailand gegen Monarchie und König Vajiralongkorn

Erst im Dezember war ein 16-Jähriger wegen Majestätsbeleidigung verhaftet worden. Nach UN-Informationen hatte er sich über den Modestil des thailändischen Königs Vajiralongkorn lustig gemacht. Seit Monaten toben in Thailand die Massenproteste, immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Grund für die Proteste ist die aus einem Militärputsch hervorgegangene Regierung und die Monarchie in Thailand. Mindestens 34 weitere Menschen sollen wegen Majestätsbeleidigung in den vergangenen Wochen verhaftet worden sein, wie eine Sprecherin des UN-Menschenrechtsbüro erklärte. Erst vor wenigen Monaten hatte sogar Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) auf die Proteste in Thailand reagiert und Vajiralongkorn mit Konsequenzen gedroht.

Gesetz gegen Majestätsbeleidigung in Thailand: König Vajiralongkorn hatte andere Pläne

Dabei schien das Thema der Majestätsbeleidigung eigentlich vom Tisch. So hatte Vajiralongkorn nach seiner Thronbesteigung 2016 der Regierung erklärt, dass das Gesetz gegen Majestätsbeleidigung nicht angewandt werden soll. Der thailändische Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha hatte aufgrund der Zunahme der Proteste allerdings angekündigt, dass das Gesetz doch angewandt werden könnte.

Vajiralongkorn selbst lebt seit Jahren größtenteils in Garmisch-Partenkirchen in Bayern und erfreut sich in Thailand bei Weitem nicht der Beliebtheit, die noch sein 2016 verstorbener Vater Bhumibol Adulyadej genießen durfte. (Nico Scheck)

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