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Im Prozess gegen die vier Mitglieder der islamistischen "Sauerland-Gruppe" schildert der Angeklagte Adem Yilmaz seine Zeit als "Glaubenskämpfer" gegen die Amerikaner an der Front in Pakistan als "psychisch und physisch" anstrengend.
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Im Prozess gegen die vier Mitglieder der islamistischen "Sauerland-Gruppe" schildert der Angeklagte Adem Yilmaz seine Zeit als "Glaubenskämpfer" gegen die Amerikaner an der Front in Pakistan als "psychisch und physisch" anstrengend.

Sauerland-Prozess

Terroristen gestehen Angriff auf US-Lager

Mit einer Kalaschnikow und Handgranaten bewaffnet geht es für zwei der Angeklagten im Sauerland-Prozess zum "Fronteinsatz". In Afghanistan greifen sie ein US-Militärlager an. Das war "eine brenzlige Situation".

Zwei der geständigen Terroristen der Sauerland-Gruppe waren nach eigener Aussage an zwei Raketenangriffen auf US-Militärlager in Afghanistan beteiligt. Ihre Gruppe sei bis an die Zähne bewaffnet mit Jeeps von Pakistan nach Afghanistan gefahren und habe dort die US-Militärlager mit Katjuscha-Raketen beschossen, sagte der Angeklagte Adem Yilmaz am Dienstag im Prozess gegen die Sauerland-Gruppe am Düsseldorfer Oberlandesgericht.

Bei dem "Fronteinsatz" im Spätsommer 2006 habe jeder vier Magazine, Handgranaten, eine Kalaschnikow und ein Kampfmesser bei sich geführt. Außerdem hätten sie einen Raketenwerfer aufgebaut und beim ersten Mal das US-Lager aus etwa zehn Kilometer Entfernung mit mehreren Raketen beschossen.

"Die zweite Rakete ist voll im Lager eingeschlagen. Die Amerikaner haben mit Granaten um sich geschossen. Die dachten, wir sind ganz in der Nähe", sagte Yilmaz. Er selbst habe eine Flanke gesichert und keinen einzigen Schuss abgegeben.

Als sie erneut ein US-Lager mit Raketen angriffen, seien sie in Granatfeuer der Amerikaner geraten: "Wenn da so Granaten um einen einschlagen, ist man psychisch sehr geschafft. Das war eine brenzlige Situation. Ich hatte schon ein bisschen Angst vor dem Tod. Vorher habe ich den Coolen gespielt, aber in der Situation hofft man schon, heil wieder raus zu kommen", sagte Yilmaz. Bei einer weiteren Operation hätten sie eine Mine scharf gemacht und auf eine US-Patrouille gewartet - diese sei aber nicht gekommen.

Obwohl er nach zwei Tagen Einsatz körperlich und psychisch sehr erschöpft gewesen sei, hätte er gerne an weiteren Operationen teilgenommen, gestand Yilmaz. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte er zwei Monate an der Front "voll ausgekostet". "Das ist einfach Dschihad, das nimmt man in Kauf. Ja, ich würde gerne dortbleiben."

Dass er sich der Islamischen Dschihad Union (IJU) angeschlossen hatte, habe er erst wieder zurück in Deutschland erfahren. In Pakistan sei es für ihn einfach die "usbekische Gruppe" gewesen.

In dem Terror-Prozess sind vier Männer angeklagt. Die Islamisten sollen in Deutschland im Auftrag der IJU verheerende Anschläge mit Autobomben geplant haben. Die Spezialeinheit GSG 9 hatte die Terrorzelle im sauerländischen Oberschledorn festgenommen. (dpa)

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