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Vor dem Time-Warner-Gebäude in New York stehen Polizisten. Nur einzelne Personen werden durchgelassen.

Briefbomben

Terroralarm im US-Wahlkampf

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Sicherheitskräfte verhindern eine Serie von mutmaßlichen Paketbomben-Anschlägen auf demokratische Top-Politiker und den Sender CNN. US-Präsident Trump verurteilt jegliche politische Gewalt.

Eine ganze Serie von Funden mutmaßlicher Sprengstoff-Päckchen versetzt die USA zwei Wochen vor den Kongresswahlen in Unruhe. Die Sicherheitsbehörden konnten am Mittwoch verdächtige Sendungen unter anderem an Ex-Präsident Barack Obama, Ex-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton und den New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo – alles Politiker der Demokraten - vor einer möglichen Detonation abfangen. Nachdem ein ähnliches Päckchen von einem Kurier in der Poststelle des Senders CNN abgegeben worden war, wurden das Time-Warner-Center mitten in Manhattan geräumt und mehrere Straßenblocks evakuiert. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio sprach von einem Terrorakt. Die Ermittler gehen davon aus, dass die wattierten Umschläge mit potenziellen Rohrbomben und Sprengstoffpulver vom selben Absender versandt wurden. Die Sendungen wurden zunächst noch untersucht. Der an CNN adressierte Sprengsatz war laut der New Yorker Polizei jedenfalls funktionsfähig. Bereits am Montag war im Briefkasten des Milliardärs und Philanthropen George Soros, der ein bekannter Unterstützer der demokratischen Partei ist, eine Bombe entdeckt und später kontrolliert gesprengt worden. 

Die verhinderten Anschläge spielen vor dem Hintergrund einer zunehmend aufgeheizten und feindsinnigen Atmosphäre im US-Kongresswahlkampf. Präsident Donald Trump bezeichnet die Demokraten bei seinen Kundgebungen regelmäßig als „Verbrecher“ und lässt Sprechchöre anstimmen, die eine Verhaftung von Hillary Clinton fordern. Aggressiv geht er auch regelmäßig die schwarze Abgeordnete Maxine Waters an, bei der nach CNN-Angaben ebenfalls eine Briefbombe abgefangen wurde. Den Sender CNN hat Trump zu seinem Hauptfeind erklärt. Rechte Republikaner machen Soros für die Organisation des Flüchtlingsmarsches aus Mittelamerika verantwortlich, der sich auf die südliche US-Grenze zubewegt.

„Wir leben in einer tief gespaltenen Gesellschaft“, klagte am Mittwoch denn auch Hillary Clinton. Ihr Parteifreund de Blasio mochte Trump zwar nicht beim Namen nennen, mahnte aber, Politiker sollten „Gewalt, Hass und Attacken auf Medien nicht unterstützen“. Auch der New Yorker Gouverneur Cuomo kritisierte „die überhitzte Rhetorik und den Extremismus“ in der derzeitigen politischen Kampagne. Trump selber trat am Nachmittag im Weißen Haus vor die Kameras und beteuerte: „Die Sicherheit der amerikanischen Bevölkerung hat für mich höchste Priorität.“ Er verurteilte die „verabscheuungswürdigen Taten“ und versicherte, dass politische Gewalt jeglicher Art keinen Platz in den USA habe. Allerdings hatte er wenige Tage zuvor in Montana noch einen republikanischen Abgeordneten, der einen Journalisten zu Boden warf, bei einer Kundgebung als Helden gefeiert. Vor diesem Hintergrund wirkt der Aufruf des Präsidenten, in schwierigen Zeiten müssten die Amerikaner zusammenstehen, seltsam schal.

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