1. Startseite
  2. Politik

Teilmobilmachung: Russische Beamte fliehen vor Einberufung

Erstellt:

Von: Niklas Kirk

Kommentare

Ukraine-Krieg: Mitarbeiter der Rosgwardija (Nationalgarde) bewachen den Roten Platz in Moskau
Aufnahme vom 31. August: Mitarbeiter der Rosgwardija (Nationalgarde) bewachen den Roten Platz in Moskau © Alexander Zemlianichenko/AP/dpa

Im Zuge der Teilmobilmachung in Russland macht sich die Auswanderungswelle scheinbar auch in der öffentlichen Verwaltung des Landes bemerkbar.

Moskau – Im Zuge der am 21. September verkündeten Teilmobilmachung in Russland, sind bereits rund 370.000 Menschen aus Russland in verschiedene Nachbarländer wie Georgien, Finnland, Kasachstan und die Mongolei geflohen. Damit versuchen potenzielle Wehrpflichtige einem Kampfeinsatz im Ukraine-Krieg zuvorzukommen.

Der Auswanderungstrend scheint sich nun auch auf die öffentliche Verwaltung in Russland auszudehnen, denn laut einem Artikel des US-Nachrichtenmagazins Newsweek verließen massenhaft männliche Angestellte ihre Arbeitsplätze. Nach dpa Informationen hatte die politische und militärische Führung in Moskau Bürger:innen aus bestimmten Berufsgruppen versprochen, sie von der Einberufung auszunehmen.

Teilmobilmachung in Russland – mehrere Verwaltungsbereiche scheinbar beeinträchtigt

Der Tod eines leitenden Beamten der Moskauer Stadtverwaltung soll jetzt ausschlaggebend für die Fluchtbewegung von Beamten sein. Dieses Bild zeichnet der russische Journalist Roman Super. Der 37-Jährige berichtete unter Berufung auf Kreml-Quellen in seinem Telegram-Kanal von einer Kündigungswelle in der Moskauer Stadtverwaltung nach dem Tod von Aleksay Martynov. Dieser sei am 23. September eingezogen worden, bevor er am 10. Oktober bei Kämpfen in der Ukraine ums Leben kam. Martynov sei an die Front geschickt wurden, obwohl er über keinerlei Kampferfahrung verfügt hätte.

Wie das Internetportals Wjorstka berichtet, führte diese Kündigungswelle, samt Fluchtbewegung bereits dazu, dass es in mehreren Bereichen des öffentlichen Dienstes zu Arbeitsunterbrechungen kam. Als Beispiele werden die öffentliche Wohnungsverwaltung, das Gesundheitsamt und der Bildungssektor genannt. Der Personalmangel würde sich auch in den Bundesministerien unterstellten Einrichtungen bemerkbar machen.

Durch die Teilmobilmachung in Russland – „Wir haben einen Massenexodus“

Allein aus der Stabsstelle des Moskauer Bürgermeisters sollen laut Nachrichtenagentur Nestka rund ein Drittel der dort tätigen Beamten innerhalb eines Monats geflohen sein. Viele dieser Beamten sollen sogar gegangen sein, ohne vorher ordnungsgemäß zu kündigen. „Sie gehen, lassen ihre Sachen am Arbeitsplatz zurück, und waschen nicht mal ihren Becher ab“, zitiert die Netska eine interne Quelle.

Der Krieg in der Ukraine geht unterdessen weiter, wo Berichte über verringerte US-Hilfen für Aufsehen sorgen. (nki)

Auch interessant

Kommentare