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Pariser Klimaabkommen

Ted Cruz: Erst die Blamage per Tweet, dann ein mögliches Disziplinarverfahren im Senat

  • Christian Stör
    vonChristian Stör
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Ted Cruz erntet Spott für einen Tweet über das Pariser Klimaabkommen. Das ist aber nicht das größte Problem des republikanischen Senators.

  • Ted Cruz, Senator der Republikanischen Partei, kritisiert die Rückkehr der USA zum Pariser Klimaschutzabkommen.
  • In den Sozialen Medien lässt die Häme über die Worte nicht lange auf sich warten.
  • Auch Greta Thunberg verhöhnt den Kumpel von Donald Trump.

Update vom 23. Januar 2021, 09.40 Uhr: Als ob die Häme nicht genug gewesen wäre. Nun droht Ted Cruz auch noch echter Äger im US-Senat. Der Vertreter aus dem US-Bundesstaat Texas hatte sich unter der Woche darüber echauffiert, dass das Pariser Klimaabkommen ja nur den Bürger:innen der französischen Hauptstadt nutzen würde. Der Spott folgte umgehend, unter anderem vom kanadischen Comedian Seth Rogen.

Nun aber droht Ted Cruz echter Ärger am Arbeitsplatz. Eine Gruppe Senatoren der Demokratischen Partei haben Beschwerde gegen Cruz und Josh Hawley, republikanischer Senator aus Missouri, eingelegt. Der Vorwurf: Beide hätten durch ihre Weigerung, das Ergebnis der US-Wahl 2020 und den Sieg von Joe Biden anzuerkennen, den Sturm aufs Kapitol in Washington D.C. mit zu verantworten. Sie hätten „dem Anliegen des Mobs Legitimität verschafft und zukünftige Gewalt wahrscheinlicher gemacht“, steht in der Beschwerde geschrieben.

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In dem Brief fordern die Unterzeichner ein Disziplinarverfahren gegen Ted Cruz und Josh Hawley einzuleiten. Sollten sich die Vorwürfe dabei bestätigen, droht den beiden Senatoren sogar der Ausschluss aus dem Senat.

Ted Cruz twittert, Seth Rogen reagiert: „Hau ab, Du Faschist“

Update, 13.52 Uhr: Auch der kanadische Comedian Seth Rogen hat auf den Tweet von Ted Cruz reagiert. Allerdings verzichtete er auf Hohn und Spott. Dafür nannte er das Kind beim Namen und bezeichnete Cruz auf Twitter schlichtweg als „Faschisten. Das führte schnell zu einem wahren Krieg der Worte zwischen Cruz und Rogen. So nannte Cruz den Komiker einen „reichen, wütenden Hollywood-Star“, dessen Werte nicht mit jemandem übereinstimmten, der „Arbeiter“ oder „Gewerkschaftsmitglied“ sei.

Das war natürlich eine Vorlage für einige Twitter-User, die darauf hinweisen, dass Ted Cruz, der zum Beispiel gegen die Erhöhung des Mindestlohns ist, bisher noch nie allzu viel Anteilnahme am Leben von „Arbeitern“ oder „Gewerkschaftsmitgliedern“ gezeigt habe.

Auch Seth Rogen ließ sich nicht lumpen und schlug umgehend zurück, indem er auf den Sturm auf das Kapitol anspielte: „Hau ab du Faschist. Sporn doch einfach noch mal einen Aufstand Weißer Rassisten an, du bescheuerter Clown.“ Rogen brachte damit zum Ausdruck, was viele Menschen in den USA denken. Tatsächlich hat der Druck auf Ted Cruz aufgrund seines Verhaltens nach der Wahlniederlage von Donald Trump zuletzt immer mehr zugenommen. So haben inzwischen drei texanische Zeitungen den Rücktritt von Ted Cruz gefordert.

Seth Rogen nimmt Ted Cruz auf Twitter auseinander.

Ted Cruz macht sich mit einem Tweet über das Pariser Klimaabkommen lächerlich

Erstmeldung vom 22.01.2021: Washington – In Princeton und Harvard sind zwei der bekanntesten Universitäten der USA beheimatet. Doch manchmal stellt sich die Frage, ob deren Absolventen tatsächlich den Ansprüchen der beiden Elite-Unis genügen. Zweifel kommen jetzt im zumindest im Fall des republikanischen Senators Ted Cruz auf, der in Princeton einst seinen Bachelor und in Harvard seinen Doktor gemacht hat.

Der Intimus des abgewählten Präsidenten Donald Trump hat sich nämlich nicht entblödet, den neuen Amtsinhaber Joe Biden gleich an dessen ersten Arbeitstag für die Rückkehr der USA zum Pariser Klimaschutzabkommen zu attackieren - und zwar auf eine selten dämlich Art und Weise, die an die schlimmsten Zeiten von Donald Trump erinnert. Nach Bidens Ankündigung schrieb Cruz auf Twitter: „Präsident Biden zeigt mit der Rückkehr zum Pariser Klimaschutzabkommen, dass er mehr interessiert ist an den Standpunkten der Bürger von Paris als an den Jobs der Bürger von Pittsburgh.“

Greta Thunberg kann sich Seitenhieb auf Ted Cruz nicht verkneifen

Mit seiner Wortwahl spielte Ted Cruz in seinem Tweet ganz offensichtlich auf ein ziemlich unsinnige Argument des damaligen Präsidenten Donald Trump an, der 2017 zu dem von ihm veranlassten Ausstieg der USA aus dem Abkommen gesagt hatte, er sei gewählt worden, „um die Bürger von Pittsburgh zu repräsentieren, nicht die von Paris“. Natürlich ist das Pariser Abkommen nach der Stadt benannt, in der es vereinbart wurde. Es betrifft Menschen in der ganzen Welt, ob in Frankfurt, Paris oder auch Pittsburgh.

Die Häme über die Worte ließ nicht lange auf sich warten. So nutzte Greta Thunberg die Steilvorlage, um Cruz tüchtig zu verspotten. „So froh, dass die USA endlich wieder dem Abkommen von Pittsburgh beigetreten sind. Willkommen zurück!“, twitterte die schwedische Klimaaktivistin, die zuvor schon Donald Trump auf Twitter ähnlich herzlich verabschiedet hatte.

Greta Thunberg verspottet Ted Cruz.

Ted Cruz macht sich lächerlich: Auch AOC mokiert sich

Greta Thunberg blieb bei Weitem nicht die einzige, die sich über Ted Cruz mokierte. So verwies die demokratische Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez in einem Tweet süffisant auf die zwischenstaatlichen Abkommen zum humanitären Völkerrecht: „Kurze Frage: Glauben Sie auch, dass es in der Genfer Konvention um die Ansichten der Genfer Bürger ging?“ Der Bürgermeister der betroffenen Stadt Pittsburgh reagierte derweil eher kurzangebunden auf die Einlassung von Ted Cruz: „Jetzt geht es wieder los …“, schrieb Bill Peduto fast schon ein wenig resignierend.

Viele User sprachen einen anderen Punkt an, der in diesem Zusammenhang relevant ist. Denn Anfang Januar hatte Ted Cruz wenig bis bis gar kein Interesse an den Menschen in der Großstadt im Südwesten der Bundesstaates Pennsylvania gezeigt. Vielmehr hatte er damals die dortigen Wahlergebnisse ohne Jeden Grund nicht anerkannt und wollte sie in ihrer Gesamtheit unter den Tisch fallen lassen.

Tatsächlich stimmte er im Kongress gegen die Bestätigung der Wahlstimmen und versuchte gleichzeitig, den Obersten Gerichtshof zum Einschreiten zu bewegen. Der Schauspieler George Takei, der besonders durch seine Rolle als Hikaru Sulu in der Star-Trek-Serie Raumschiff Enterprise bekannt wurde, brachte es vielleicht am besten auf den Punkt: „Und das von einem, der die Stimmen der Menschen in Pittsburgh komplett rausschmeißen wollte.“

NameRafael Edward „Ted“ Cruz
Geburtstag22.12.1970
ParteiRepublikaner
StudiumPrinceton und Harvard
Politische LaufbahnSenator seit 2013

Ted Cruz strebt das Amt des Präsidenten an

Der 50-jährige Ted Cruz vertritt als Senator den Staat Texas im US-Senat. Schon im Jahr 2016 hatte er zu den Bewerbern um die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Republikaner gehört. Er musste sich aber Donald Trump geschlagen geben. Ted Cruz hat seinen Traum aber noch nicht aufgegeben. Der ehemalige Princeton-und-Harvard-Student gilt als heißes Eisen der Republikaner im Kampf um die Präsidentschaft 2024. (Christian Stör)

Rubriklistenbild: © Ken Cedeno - Pool via CNP /MediaPunch via www.imago-images.de

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