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Tankrabatt: Lindners Steuersenkung ist verpufft - Diesel teurer als vorher

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Von: Moritz Serif

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Die Wirkung des Tankrabattes ist vollständig verpufft. Laut neuesten Zahlen ist von der Steuersenkung nichts mehr übriggeblieben. 

Berlin - Der Tankrabatt sollte die Benzin- und Dieselpreise drücken, um die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland zu entlasten. Knapp drei Wochen später ist von diesem Nachlass nichts mehr zu spüren. Wie der ADAC mitteilte, lag der Preis am vergangenen Sonntag (19. Juni) bei 2,054 Euro pro Liter Benzin.

Zum Vergleich: Am 31. Mai waren es noch 2,044 Euro. Diesel ist somit teurer als vor der Steuersenkung. Der Tankrabatt steht seit seiner Einführung in der Kritik. Ein großer Teil der Maßnahme käme nicht den Autofahrerinnen und Autofahrern, sondern der Mineralölindustrie zugute, hieß es unter anderem.

Tankrabatt: Steuersenkung ist umstritten

Das Münchener Ifo-Institut kam hingegen zum Schluss, dass der Rabatt bei Diesel komplett und bei Benzin zumindest zu großen Teilen weitergegeben werde. Aktuell untersucht das Bundeskartellamt die Entwicklung der Spritpreise. Mit dem Ukraine-Konflikt waren die Spritpreise in Deutschland in bisher nie gekannte Höhen geklettert.

Diesel erreichte sein bisheriges Maximum laut ADAC-Daten am 10. März mit 2,321 Euro pro Liter. E10 hatte am 14. März mit 2,203 Euro pro Liter seinen höchsten Wert. Im April lagen beide Kraftstoffe vorübergehend unter zwei Euro, bevor ein neuer Aufwärtstrend einsetzte, der von der Steuersenkung zu Monatsbeginn nur kurz aufgehalten wurde.

Christian Lindner bei den Sondierungsgesprächen.
Finanzminister Christian Lindner (FDP) hatte den Tankrabatt vor kurzem verteidigt (Symbolbild). © Kay Nietfeld/dpa/picture alliance

Christian Lindners Tankrabatt gilt noch bis August

Der Tankrabatt gilt noch von Juni bis August. Inklusive Mehrwertsteuer beträgt die Steuersenkung 35,2 Cent bei Superbenzin und 16,7 Cent bei Diesel. Wie es mit der Maßnahme weitergeht, ist indes offen. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Finanzminister Christian Lindner (FDP) haben sich bislang noch nicht zu den jüngsten Zahlen geäußert.

Zuletzt hatte sich Lindner vor rund einer Woche gegen Kritik an der Steuersenkung in „ARD“ und „ZDF“ gewehrt. Ohne die staatliche Maßnahme seien die Preise noch „wesentlich höher“. „Ich habe den Eindruck, dass die Debatte da etwas emotional aufgeladen ist“, sagte der Finanzminister. (mse mit dpa)

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