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Bis zu 5000 US-Soldaten werden in den Norden Afghanistans geschickt, der bislang unter deutscher Verantwortung steht.

Vorgespräche für Friedensverhandlungen

Taliban zögern

Bringt ein geheimes Treffen die Wende in Afghanistan? Während Kommandeure der Taliban mit Vertretern der UN sprechen, rüsten die USA im Zuständigkeitsbereich der Bundeswehr auf.

Zwischen Kommandeuren der radikal-islamischen Taliban und Vertretern der Vereinten Nationen hat es UN-Kreisen zufolge ein geheimes Treffen zur Vorbereitung von Friedensverhandlungen gegeben. Die Gespräche hätten bereits am 8. Januar in Dubai stattgefunden, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Donnerstagabend. Das Treffen mit dem UN-Sondergesandten für Afghanistan, Kai Eide, sei auf Bitten der Taliban zustande gekommen.

Es habe auf einer höheren Ebene stattgefunden als die bislang bekannten Gespräche 2008 in Saudi Arabien. Eide wollte sich nicht dazu äußern, ob es ein solches Treffen gegeben hat oder nicht. Im Bemühen um eine Wende in Afghanistan hat am Donnerstag die internationale Gemeinschaft kriegsmüden Mitläufern der radikal-islamischen Taliban die Hand zur Versöhnung gereicht.

Während der internationalen Afghanistan-Konferenz in London hatte auch der afghanische Präsident Hamid Karsai die Taliban zu Gesprächen eingeladen. Die Taliban haben nach eigenen Angaben noch nicht über eine Teilnahme an Friedensverhandlungen entschieden. Die Taliban-Führer würden darüber aber bald befinden, sagte ein Sprecher der Extremistenorganisation am Freitag.

Indessen wurde bestätigt, dass die USA statt 2500 nun bis zu 5000 eigene Soldaten in dem deutschen Einsatzgebiet in Nordafghanistan stationieren wollen. Dort, nahe Kundus, wurde bei einem Feuergefecht am Donnerstag ein Bundeswehrsoldat verletzt. Wie die Bundeswehr am Freitag mitteilte, waren Soldaten einer Infanteriekompanie südwestlich des deutschen Feldlagers mit Handwaffen und Panzerfäusten beschossen worden. Die Deutschen hätten das Feuer erwidert. Dabei sei ein Bundeswehrsoldat verletzt und zur weiteren medizinischen Behandlung nach Masar-i-Sharif gebracht worden.

Solche Vorfälle führen offenbar auch dazu, dass die Bundesregierung mit ihrer neuen Strategie für Afghanistan die Stimmung in der Bevölkerung nicht wenden kann. Drei von vier Befragten des ZDF-Politbarometers glauben nicht, dass die Ziele der Isaf-Mission erreicht werden. Das geht aus der am Freitag vorgestellten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen hervor, für die 1256 Wahlberechtigte befragt wurden. Demnach stoßen auch die Pläne auf Widerstand, die Bundeswehrtruppen am Hindukusch mit 850 Soldaten zu verstärken: Knapp zwei Drittel der Befragten sind dagegen.

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