Afghanistan

Taliban verkünden Waffenruhe

Die Taliban wollen in Afghanistan bis Ende des Fastenmonats Ramadan keine Angriffe ausführen.

Die militant-islamistischen Taliban haben kurz vor Ende des Fastenmonats Ramadan für das Fest Eid al-Fitr eine dreitägige Waffenruhe angekündigt. Sie forderten ihre Anhänger auf, keine Angriffe gegen den „Feind“ auszuführen, wie es in einer offiziellen Mitteilung am Samstag hieß. Der US-amerikanische Afghanistan-Gesandte Zalmay Khalilzad sprach von einer „wichtigen Chance“, dem Friedensprozess Schwung zu geben. Diese dürfe nicht ungenutzt verstreichen, mahnte er am Samstag auf Twitter. Nun müssten „sofort“ die nächsten Schritte eingeleitet werden: die Freilassung von Taliban-Gefangenen, eine Reduzierung der Gewalt und die Terminierung innerafghanischer Friedensverhandlungen.

Gefangene freilassen

Auch Präsident Aschraf Ghani begrüßte die Ankündigung. Er habe die afghanischen Streitkräfte angewiesen, der Waffenruhe zu folgen und sich nur gegen Angriffe zu verteidigen, schrieb Ghani auf Twitter. Am Sonntag kündigte er an, seine Regierung wolle die Freilassung gefangener Talibankämpfer beschleunigen. Er forderte die Taliban ihrerseits auf, alle Gefangenen freizulassen.

Jüngst hatten die USA mit den Taliban ein Abkommen unterzeichnet, das einen schrittweisen Abzug internationaler Truppen vorsieht. Die Regierung in Kabul war nicht daran beteiligt, weil die Taliban direkte Gespräche abgelehnt hatten. Die Vereinbarung sieht einen Gefangenenaustausch vor und soll den Weg für Friedensgespräche ebnen. Die Regierung hatte die Freilassungen Anfang Mai gestoppt. (dpa)

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