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Große Armut wird erwartet

Taliban verbieten Fremdwährung: Herbe Konsequenzen für Afghanistan

  • Ares Abasi
    VonAres Abasi
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Die Taliban verbieten künftig den Einsatz von Fremdwährung in Afghanistan. Für das Land wird das große wirtschaftliche Auswirkungen haben.

Kabul - Die islam-extremistischen Taliban haben die Verwendung von Fremdwährungen in Afghanistan verboten. Das ist ein Schritt, der die ohnehin schon am Rande des Zusammenbruchs stehende Wirtschaft weiter zerstören könnte, so der Nachrichtensender BBC. „Die wirtschaftliche Lage und die nationalen Interessen des Landes machen es erforderlich, dass alle Afghanen bei jedem Handel die afghanische Währung verwenden“, sagten die Taliban. Die Wirtschaft hat zu kämpfen, da nach der Machtübernahme der Taliban internationale finanzielle Unterstützungen eingestellt wurden.

Der Einsatz des US-Dollars ist auf den afghanischen Märkten weit verbreitet. Auch im Handel mit den Nachbarländern, wie Pakistan, wird häufig der Dollar verwendet. „Das Islamische Emirat weist alle Bürger, Ladenbesitzer, Händler, Geschäftsleute und die allgemeine Öffentlichkeit an, von nun an alle Transaktionen in Afghanis abzuwickeln und strikt auf die Verwendung von Fremdwährungen zu verzichten“, sagte Taliban-Sprecher Zabihullah Mujahid in einer online veröffentlichten Erklärung. „Jeder, der gegen diese Anordnung verstößt, muss mit rechtlichen Schritten rechnen“, hieß es weiterhin in der Erklärung.

Die Taliban verbieten künftig den Einsatz von Fremdwährung in Afghanistan. Für das Land wird das große wirtschaftliche Auswirkungen haben.

Afghanistan: Taliban wollen Geld aus Ausland-Fonds

Nachdem die Taliban im August die Kontrolle über das Land übernommen hatten, wurden Milliarden von Dollar an afghanischen Auslandsguthaben von der US-Notenbank und den Zentralbanken in Europa eingefroren. „Wir glauben, dass es wichtig ist, unsere Sanktionen gegen die Taliban aufrechtzuerhalten, aber gleichzeitig Wege zu finden, wie legitime humanitäre Hilfe an das afghanische Volk gelangen kann. Genau das tun wir“, erklärte der stellvertretende US-Finanzminister Wally Adeyemo letzten Monat vor dem Bankenausschuss des US-Senats.

Die Taliban haben die Freigabe von afghanischen Vermögenswerten gefordert, die im Ausland aufbewahrt werden, da das Land unter einer schweren Geldkrise leidet. Zuvor wurden drei Viertel der öffentlichen Ausgaben des Landes durch Zuschüsse aus dem Ausland finanziert. Zu Beginn dieses Jahres erklärte der Internationale Währungsfonds (IWF), dass Afghanistan keinen Zugang mehr zu seinen Mitteln habe und auch die Weltbank stellte die Finanzierung von Projekten in dem Land ein.

Afghanistan: Wegen Taliban große Armut erwartet

Im vergangenen Monat warnte der IWF, dass die Wirtschaft des Landes in diesem Jahr um 30 Prozent schrumpfen könnte, was Millionen Menschen in die Armut treiben und eine humanitäre Krise auslösen würde. Der Fonds erklärte auch, dass die wirtschaftlichen Probleme Afghanistans eine Flüchtlingskrise auslösen könnten, die sich auf die Nachbarländer, die Türkei und Europa auswirken würde.

Das Land leidet außerdem unter einer schweren Dürre, die einen Großteil der Weizenernte vernichtet hat und die Preise in die Höhe schnellen ließ. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen hat davor gewarnt, dass Millionen von Menschen in Afghanistan aufgrund einer Kombination aus Dürre, Konflikten und Covid-19 vom Hungertod bedroht seien. Obwohl die westlichen Mächte erklärt haben, dass sie eine humanitäre Katastrophe in Afghanistan vermeiden wollten, haben sie sich geweigert, die Taliban-Regierung offiziell anzuerkennen. (Ares Abasi)

Die Taliban zeigen sich nach außen hin friedlich. Doch die Bürgerinnen und Bürger von Afghanistan berichten von brutalen Maßnahmen, die die Islamisten durchführen.

Rubriklistenbild: © Hamed Sarfarazi/AP/dpa/Archiv

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