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Machtübernahme der Taliban

Pakistans Solidarität mit den Taliban: Hashtag #SanctionPakistan für Gerechtigkeit

  • VonAres Abasi
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Keine Anteilnahme: Die Machtübernahme der Taliban nahmen die Pakistani mit Freude auf. Doch welche Taktik verbirgt sich hinter der Solidarität?

Islamabad - Dass in Pakistan seit Jahren extremistische Islamisten Unterschlupf finden, ist lange kein Geheimnis mehr. Als der US-Geheimdienst nach dem Anführer der Al-Qaida, Osama bin Laden, suchte, fand man ihn in Abbottabad, Pakistan. Die Spezialeinheiten der Navy Seals stürmten bin Ladens Anwesen und erschossen ihn. Die pakistanische Regierung habe von dem Vorhaben nichts gewusst. Da Pakistan laut den USA und Indien jahrelang Terroristen aufnahm, sie sogar behandelte und nach ihrem Tod beerdigte, war das amerikanische Vertrauen nicht besonders groß.

Solidarität mit dem Hashtag #SanctionPakistan: Einige Islamist:innen sind in Pakistan sesshaft geworden - sie haben dort Häuser, ihre Kinder gehen dort zur Schule. Viele wünschen sich nun Konsequenzen dafür und verwenden den Hashtag #SanctionPakistan. Der Hashtag wurde innerhalb von nur wenigen Tagen bereits 730.000 Mal verwendet. Ein Drittel der Nutzerinnen und Nutzer haben afghanische Wurzeln.

Solidarität der Pakistani mit Taliban: Englischer Professor kritisiert Verhalten

„Gleichzeitig feiern es die Islamisten in den sozialen Netzwerken weltweit als großen Sieg, dass die Taliban in Afghanistan wieder an der Macht sind“, erklärte Harsh V. Pant bei einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung (SZ). Der Professor für internationale Beziehungen am King‘s College in London kritisiert Pakistans Premierminister Imran Khan, der nach dem Abzug der amerikanischen Truppen, von einer Befreiung Afghanistans aus der Sklaverei sprach. „Aber tatsächlich dürfte dies ein Sieg des mächtigen pakistanischen Militärs sein, das die Taliban über Jahre unterstützt hat“, sagte Pant bei einem Video-Interview mit der SZ. Weiterhin sagte Pant, dass viele Handlungen von Pakistan, mit Indien in Zusammenhang gebracht werden müssten. Pakistan fühlte sich lange Zeit unsicher. Einerseits habe es Indien, den Erzrivalen, als Nachbarland. Andererseits Afghanistan, ein Land, in dem 20 Jahre lang amerikanische Soldaten im Einsatz waren.

Taliban-Kämpfer patrouillieren in einem Polizeifahrzeug in Kandahar.

Als Präsident Ghani flüchtete, könne auch das zur Freude der Pakistani beigetragen haben - denn die afghanisch-pakistanische Grenze ist seit der Gründung Pakistans 1947 umkämpft. Der Staat Pakistan wurde damals unter Einbeziehung paschtunischer Siedlungsgebiete gegründet. Seither erkennt Afghanistan die 2450 Kilometer lange Demarkationslinie nicht an. Nach den Anschlägen vom 11. September ist die Problematik verstärkt in den Vordergrund gerückt. Terroristen fanden im autonomen paschtunischen Gebiet in Pakistan Unterschlupf und konnten sich dort wieder frei bewegen.

Solidarität der Pakistaner mit Taliban: Auch Pakistan von terroristischen Aktivitäten betroffen

„Islamisten auf der ganzen Welt dürften sich motiviert fühlen. Es ist ein Irrglaube zu denken, ein ideologischer Krieg lasse sich auf Territorien begrenzen,“ sagte Harsh V. Pant der Süddeutschen Zeitung außerdem. So verübten die pakistanischen Taliban auch in Pakistan mehrere Terroranschläge. Unter anderem 2014, als bei einem Anschlag 145 Menschen (überwiegend Kinder) starben.

Premierminister Imran Khan sprach sich bislang nicht gegen die radikal-islamistischen Taliban aus. Washington erhöhe nun den Druck auf Pakistan, hieß es in der New York Times. Bereits im Juli forderte US-Außenminister Antony Blinken Pakistan auf, zu verhindern, dass die Taliban Afghanistan gewaltsam erobern. Zwar schließt sich Pakistan öffentlich Washington und Afghanistan bei den Verhandlungen mit den Taliban an, doch die Realität sieht anders aus. Pakistan erlaube nicht, dass die US-Truppen über Luftangriffe aus Pakistan die Taliban angreifen. Gleichzeitig nahmen die Pakistani Taliban-Anhänger auf. Afghanische Geflüchtete leben in Pakistan darüber hinaus unter teils sehr schlechten Bedingungen. (Ares Abasi)

Rubriklistenbild: © Sidiqullah Khan/AP/dpa

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