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Der syrische Komödiant und Clown Firas al-Ahmad macht Flüchtlingskinder in der Idlib-Region für einen Augenblick vergessen, wie elend ihr Alltag ist.
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Der syrische Komödiant und Clown Firas al-Ahmad macht Flüchtlingskinder in der Idlib-Region für einen Augenblick vergessen, wie elend ihr Alltag ist.

„24 Millionen Menschen brauchen uns“

Syrien: Finanzielle Hilfen „in unser aller Interesse“

  • VonJan Dirk Herbermann
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Die Lage im vom Krieg gezeichneten Syrien ist prekär. UN-Syrien-Koordinator Mark Lowcock über die humanitären Anforderungen der Geberkonferenz heute und morgen.

Herr Lowcock, wie viele Hilfe braucht Syrien?

Insgesamt benötigen rund 24 Millionen Menschen dort und in der Region Unterstützung, das sind vier Millionen Kinder, Frauen und Männer mehr als noch vor einem Jahr. Niemals seit Beginn des Syrien-Konflikts vor zehn Jahren waren so viele Menschen auf Hilfe angewiesen. Das Elend wächst in dramatischer Weise. Heute leiden die Menschen nicht mehr so stark unter der Gewalt, aber sie hungern und sind von Krankheiten wie Covid-19 befallen. Neun von zehn Menschen in Syrien fristen ein Leben unterhalb der Armutsgrenze. Die syrischen Flüchtlinge in der Region dürfen oft nicht arbeiten oder es gibt keine Arbeit.

Mark Lowcock.

Zur Person

Mark Lowcock (58) leitet seit 2017 als Untergeneralsekretärdie humanitäre Hilfe der Vereinten Nationen. In Kürze will der britische Ökonom sich von der Position in New York zurückziehen.

Vor dem UN-Engagement war er im britischen Entwicklungsministerium.

Seit März 2011, als der syrische Bürgerkrieg begann, wurden Hunderttausende getötet, weite Teile des Landes sind verwüstet, 6,7 Millionen Menschen sind auf der Flucht. In Nachbarländern harren 5,6 Millionen aus.

Armut in Syrien: Es mangelnd an Grundlegendem

Was brauchen die Menschen am dringendsten?

Die Menschen brauchen die wesentlichen Güter, um zu überleben: Lebensmittel, Wasser, sanitäre Einrichtungen, Medikamente, Unterkünfte. Die Kinder brauchen Schulunterricht.

Wie viel Geld veranschlagen Sie für die humanitäre Hilfe?

Wir kalkulieren allein für das laufende Jahr einen Betrag von mehr als zehn Milliarden US-Dollar, um die humanitäre Hilfe zu finanzieren. Davon sollen 4,2 Milliarden US-Dollar den Menschen in Syrien selbst zugutekommen. Rund 5,8 Milliarden US-Dollar sind bestimmt für die syrischen Flüchtlinge in der Region – und die Menschen, die ihnen helfen.

Geld für die Bevölkerung in Syrien: Hoffnung auf EU, USA und Deutschland

Sind Sie zuversichtlich, dass die Geberländer auf der Syrien-Konferenz die benötigte Summe auch bereitstellen?

Da müssen wir abwarten, es wird auf jeden Fall sehr schwierig. Im vergangenen Jahr brauchten wir neun Milliarden US-Dollar. Die Geber überwiesen uns 5,5 Milliarden US-Dollar.

Auf welche Länder setzen sie Ihre Hoffnungen?

Die Europäische Union, die USA und Deutschland werden sicherlich einen ordentlichen finanziellen Beitrag leisten, um die Not der Menschen in Syrien und der Region zu lindern. Zumal auf die Hilfe der Deutschen können wir uns verlassen. Besorgt bin ich allerdings über Großbritannien. Die britische Regierung hat drastisch bei der humanitären Hilfe für das Ausland gekürzt. Zudem bin ich besorgt über die nachlassende Spendenbereitschaft einiger arabischer Länder.

Hilfe für Syrien „in unser aller Interesse“

Hat Syriens Regierung unter Machthaber Baschar al-Assad jemals Hilfe für die Millionen geflohener Menschen angeboten?

Nein.

Wie wollen Sie Geber in der Corona-Krise überzeugen, Geld für die Ledienden bereitzustellen?

Hilfe für die Syrer ist in unser aller Interesse. Im Jahr 2014 erhielten die UN und ihre Partner keine ausreichenden finanziellen Mittel, um die syrischen Flüchtlinge zu versorgen. Ein Jahr später, 2015, erlebten wir den großen Exodus der Syrer nach Europa. Verzweifelte Menschen ergreifen verzweifelte Maßnahmen.

Interview: Jan Dirk Herberman

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