Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Ein Kämpfer der „Demokratischen Kräfte Syriens“ (SDF) während einer Operation gegen den IS im Jahr 2019.
+
Ein Kämpfer der „Demokratischen Kräfte Syriens“ (SDF) während einer Operation gegen den IS im Jahr 2019.

Syrien

„Islamischer Staat“ ist zurück: Immer mehr Angriffe in Syrien und dem Irak

  • Marvin Ziegele
    vonMarvin Ziegele
    schließen

Das „Kalifat“ ist besiegt. Doch der Islamische Staat formiert sich erneut. Die Zahl der Angriffe steigt sowohl in Syrien als auch im Irak.

  • Die letzten Gebiete des so genannten „Islamischen Staates“ in Syrien wurden 2019 zurückerobert.
  • Die Terrororganisation zog sich daraufhin in schwer zugängliche Gebiete zurück.
  • Gerade im Irak befürchtet man ein erneutes Erstarken des IS.

Update vom 03.03.2021, 10.00 Uhr: Wie das Nachrichtenportal „Aljazeera“ berichtet, haben im letzten Jahr sowohl der Irak als auch Syrien einen starken Anstieg von IS-Angriffen verzeichnet. Im Irak wurden bereits im ersten Quartal 2020 fast 600 IS-Angriffe dokumentiert, während in Syrien in Gebieten wie Deir Az Zor fast täglich Todesfälle gemeldet werden und Hunderte bei gezielten Angriffen getötet wurden.

Das Portal schreibt weiter, dass viele IS-Kämpfer nie die syrisch-irakische Grenze verlassen hätten und sich inzwischen neu gruppieren, während andere langsam wieder in ihre alten Bastionen zurückkehren.

„Islamischer Staat“: Verwundet, aber nicht besiegt 

Erstmeldung: Damaskus – Die russische Luftwaffe proklamierte erst kürzlich einen Sieg für sich. Im Nordwesten Syriens sollen 21 Kämpfer des sogenannten „Islamischen Staates“ getötet worden sein. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte zeigte sich in einer Sendung des Senders „Sky News Arabia“ jedoch besorgt, dass solche Angriffe keine Wirkung gegen den IS in seiner derzeitigen Form hätten. 

Syrien: „Niemand kann den IS dort besiegen“

Das hat vor allem geografische und geologische Gründe. „Die Hälfte von Syrien besteht aus Wüste. Die russische Luftwaffe bombardiert ein Gebiet, das rund 40.000 Quadratkilometer groß ist“, hieß es in der Sendung. „Die Anhänger des IS kennen dieses Gebiet und können sich dort verstecken. Niemand kann den IS dort besiegen.“ Gegenüber der „Tagesschau“ sagte Siyamend Ali, ein Kommandeur der „Demokratischen Kräfte Syriens“ (SDF), dass sich der IS in der Wüste neu formiere und dort auch erstarke. Als Grund nannte er den mangelnden Willen der Koalition gegen den sogenannten „Islamischen Staat“, die Problematik im Nordosten Syriens zu erkennen und auch wirklich lösen zu wollen. 

„Islamischer Staat“
TypTerrormiliz
StärkeSyrien und Irak: 10.000 (Schätzung der UN)
Oberster Befehlshaber Abi Ibrahim al- Haschimi al-Kuraschi (seit November 2019)
ZielBildung eines globalen Kalifates

Der IS beherrscht in Syrien seit März 2019 kein zusammenhängendes Gebiet mehr. Die SDF befreiten die Ortschaft al-Baghuz Fawqani am 23. März 2019 als letztes Gebiet von der Terrormiliz. Laut Informationen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen sollen sich jedoch noch schätzungsweise 10.000 IS-Kämpfer auf syrischem und irakischem Hoheitsgebiet aufhalten. Auch ohne zusammenhängendes Territorium agiert die Terrormiliz aus dem Untergrund – meist aus Wüstengebieten heraus.

Syrien: „Islamischer Staat“ – der Schatten des „Kalifats“

Im Vergleich zu seinem Zustand vor sechs Jahren ist der sogenannte „Islamische Staat“ trotzdem nur noch ein Schatten seiner selbst. Der Nimbus des einst erstarkenden „Kalifats“ ist verloren, die Idee eines eigenen Staates übe auf Rekruten aus dem Ausland kaum noch Faszination aus. Auch Peter Neumann, Professor für Sicherheitsstudien am King’s College London, teilt diese Einschätzung. Insbesondere im Irak werde der IS streng überwacht, wie er der „Deutschen Welle“ mitteilte. „Dort herrscht ein enormer Druck, der es ihm erschwert, sich zu organisieren, an neue Waffen zu kommen und auch neue Mitglieder zu rekrutieren. All dies schwächt die Bewegung der Miliz in ihren Ursprungsländern.“

Dabei wurden gerade im Jahr 2020 immer wieder die Befürchtungen eines „Comebacks“ des „Islamischen Staates“ im Irak ausgesprochen. In den ersten neun Monaten von 2020 soll der IS mindestens 900 Anschläge durchgeführt haben, so die „Tagesschau“. Ob und wie der IS wieder zu alter Stärke zurückkehren könnte, liegt im Dunkeln. Sicher ist: Auch wenn die Terrororganisation geschwächt ist, ist sie nicht besiegt. (Marvin Ziegele)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare