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Der Südkoreaner Kim Jong Yang.

Interpol

Südkoreaner Kim neuer Chef von Interpol

Die USA und einige osteuropäische Staaten wird es freuen: Ein russischer Interpol-Vorsitz ist abgewendet. Neuer Präsident wird ein gut vernetzter Südkoreaner - der in seiner Heimat aber auch schon negative Schlagzeilen machte.

Nach einem erbitterten Streit ist der Südkoreaner Kim Jong Yang zum neuen Chef von Interpol gewählt worden. Die Mitgliedsländer bestimmten ihn bei ihrem Treffen in Dubai für zwei Jahre zum Präsidenten der internationalen Polizeiorganisation, wie Interpol über Twitter mitteilte.

Kim Jong Yang hatte seit dem Rücktritt des bisherigen Chefs im Oktober bereits übergangsweise an der Spitze von Interpol gestanden. Mit seiner Wahl blieb der von den USA und einigen osteuropäischen Ländern befürchtete Sieg des russischen Bewerbers Alexander Prokoptschuk aus.

Interpol koordiniert die internationale Zusammenarbeit der Polizei und dient dem Austausch von Informationen, zum Beispiel über gesuchte Personen. Der bisherige Präsident, der Chinese Meng Hongwei, war im September in seiner Heimat festgenommen worden. Gegen ihn wird wegen des Verdachts ermittelt, „Bestechungsgelder angenommen“ zu haben und in illegale Aktivitäten verwickelt gewesen zu sein.

Der neue Präsident Kim ist bekannt dafür, international bestens vernetzt zu sein. Seine Karriere hatte ihn 2007 nach Los Angeles geführt, wo er im Generalkonsulat Südkoreas arbeitete. 2011 leitete er das Büro für auswärtige Angelegenheiten der nationalen Polizeiagentur. Im Jahr 2013 wiesen südkoreanische Medien ihm allerdings nach, Teile seiner zehn Jahre zuvor verfassten Doktorarbeit an der Dongguk Universität in Seoul abgeschrieben zu haben. In einem Artikel der südkoreanischen Tageszeitung „Hankyoreh“ räumte Kim Jong Yang diesbezüglich Fehler ein.

US-Senatoren, aber auch die Ukraine und Litauen hatten vor der Wahl des russischen Kandidaten Prokoptschuk gewarnt. Die amerikanischen Senatoren sahen die Gefahr, dass der Polizeigeneral die Organisation zugunsten der Kreml-Politik missbrauchen werde. US-Außenminister Mike Pompeo warb offensiv für Gegenkandidat Kim. Russland warf den USA deshalb vor, die Abstimmung beeinflussen zu wollen.

Prokoptschuk ist seit 2016 Vize-Präsident der internationalen Polizeiorganisation. Dies bleibe er nun auch als Vertreter Europas, teilte das russische Innenministerium nach der Wahlniederlage mit. „Seine Arbeit wird sich weiterhin darauf konzentrieren, die internationale Stellung von Interpol zu festigen und die Arbeit der Organisation effektiver zu machen“, sagte Sprecherin Irina Wolk.

Die Ukraine lobte nach der Wahl die Vertreter, sich nicht für Prokoptschuk entschieden zu haben. „Russlands Kandidat wurde abgewiesen. Diese Schlacht ist gewonnen“, twitterte der ukrainische Innenminister Arsen Awakow.

An der 87. Generalversammlung nehmen Interpol zufolge knapp 1000 Delegierte aus 173 Ländern teil, insgesamt hat die Organisation 194 Mitgliedstaaten. Die tägliche Arbeit am Sitz in Lyon in Frankreich wird vom Generalsekretär geleitet. Das ist seit 2014 der Deutsche Jürgen Stock, ehemals Vize des Bundeskriminalamtes (BKA). Der Präsident leitet die Generalversammlung der Mitgliedstaaten und das Exekutivkomitee, das die Arbeit des Generalsekretärs überwacht. (dpa)

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