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„Wir haben keine Angst“: Südkorea will jede Provokation aus dem Norden vergelten

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Von: Sebastian Richter

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Nachdem in den südkoreanischen Luftraum Drohnen aus Nordkorea eingedrungen waren, verspricht Präsident Yoon Suk-yeol Vergeltung für jede Provokation.

Seoul – Südkorea baut seine Verteidigung aus: Für die Abwehr von Drohnenangriffen sollen 440 Millionen Dollar bereitgestellt werden. Präsident Yoon Suk-yeol will damit das Vertrauen in die Fähigkeit des Militärs in die Abwehr von Drohnen stärken, wie Al Jazeera berichtet.

Die Ankündigung folgt auf einen Zwischenfall vom Montag (26. Dezember). Fünf Drohnen aus Nordkorea drangen dabei in den Luftraum Südkoreas ein. Das Militär schickte Kampfjets und -hubschrauber los, konnte allerdings keines der Objekte abschießen. Es war der erste Grenzzwischenfall dieser Art seit 2017, als Südkoreas Militär nahe der Grenze eine mutmaßliche Spionage-Drohne sichergestellt hatte. Das Gerät soll damals auf den Rückflug nach Nordkorea programmiert worden sein.

Südkorea will jede Provokation aus Nordkorea bestrafen

Yoon sagte am Mittwoch, jede Provokation aus dem Norden brauche eine Reaktion aus Südkorea – trotz der Atomwaffen. „Wir müssen jede Provokation Nordkoreas bestrafen und Vergeltung üben. Das ist das wirksamste Mittel, um Provokationen abzuschrecken“, sagte Yoon nach Angaben seiner Pressesprecherin Kim Eun-hye bei einem Treffen mit seinen Beratern. „Wir dürfen keine Angst haben und nicht zögern, weil Nordkorea über Atomwaffen verfügt“.

Yoon kritisierte die Verletzung des südkoreanischen Luftraumes scharf. Auch das eigene Militär rügte er, da es auch nach mehreren Stunden nicht gelungen sei, die Drohnen abzuschießen. Das Militär entschuldigte sich, in einer Erklärung hieß es, dass die Drohnen für einen Abschuss zu klein gewesen seien.

Südkoreas Präsident Yoon Suk-yeol bei einer Kabinettssitzung.
Südkoreas Präsident Yoon Suk-yeol bei einer Kabinettssitzung. © dpa/YONHAP/AP

Spannungen in Korea: Nordkorea entfernt sich weiter vom Westen

Gleichzeitig reagierte Südkorea laut Al Jazeera mit dem Entsenden eigener Drohnen nach Nordkorea für etwa drei Stunden. Verteidigungsminister Lee Jong-sup sagte demnach vor dem Parlament, Yoon habe ihm befohlen, Drohnen nach Nordkorea zu schicken, „auch wenn das bedeutet, dass wir eine Eskalation riskieren“.

Seit einiger Zeit ist die Situation in Korea angespannt, spätestens seit Yoon die Präsidentschaftswahl im Mai 2022 gewonnen hat. Der frühere Anwalt kündigte einen härten Kurs gegen Nordkorea an.

Für Kim Jong-Un, den Machthaber Nordkoreas, war das vergangene Jahr trotz der zunehmenden Spannungen erfolgreich, wie er bei der jährlichen Sitzung des Zentralkomitees erklärte. Das vergangene Jahr sei geprägt gewesen von „Erfolgen und Fortschritten“. Dazu gehört für ihn wohl auch der Ausbau des Atomwaffenprogramms und die Lieferung von Waffen an Russland für den Ukraine-Krieg. Beides sind Verstöße gegen UN-Resolutionen. (spr)

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