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Lage eskaliert

Proteste in Südafrika: „Einige Leute bereiten sich auf einen Krieg vor“

  • Jennifer Greve
    VonJennifer Greve
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  • Katja Thorwarth
    Katja Thorwarth
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Um die gewalttätigen Proteste in Südafrika unter Kontrolle zu bekommen, setzt der Verteidigungsminister des Landes auf Militärpräsenz.

Update vom Donnerstag, 15.07.2021, 9.45 Uhr: Mehr Soldaten auf den Straßen, dieses Ziel verfolgt der Verteidigungsminister Südafrikas, um den Protesten vor Ort Herr zu werden. Nosiviwe Mapisa-Nqakula will weitere 25.000 Soldaten mobilisieren. Insgesamt wären dann circa 30.000 Soldaten im Einsatz. Präsident Cyril Ramaphosa muss die Mobilisierung noch billigen.

Am Mittwochabend (14.07.2021) informierte Mapisa-Nqakula das Parlament über seine Pläne. Das berichtet der TV-Sender eNCA. Eine Erklärung der Armee besagte, dass alle verfügbaren Reservisten einen Marschbefehl erhielten und sich am Donnerstagmorgen in voller Montur bei ihren Einheiten zu melden hätten.

„Gefährliche“ Situation in Südafrika: Militärs sollen Proteste unter Kontrolle bringen

In der Geschichte des demokratischen Südafrikas ist das einer der bisher größten Militäreinsätze. Auch der Polizeiminister Bheki Cele hatte sich am späten Mittwochabend zu Wort gemeldet. Man hätte zehntausende Schuss scharfer Munition gefunden. „Einige Leute bereiten sich auf einen Krieg vor“, sagte Cele gegenüber dem TV-Sender Newzroom Africa. Die Plünderungen und Bewaffnungen seien der falsche Schritt, führte Cele aus und stufte die Situation als „gefährlich“ ein.

Die gewalttätigen Proteste in Südafrika treffen besonders die Hafenstadt Durban und die sie umgebende Provinz KwaZulu-Natal, wo sich auch zivile Bürgerwehren formieren. Die Mobilisierung des Militärs in diesem Gebiet und weiteren Gebieten dient der Unterstützung der Polizei. Diese war den Protestanten und Plünderern zahlenmäßig unterlegen gewesen.

Ein bewaffneter Soldat steht unweit einer Menschenmenge, die vorhat, ein Einkaufszentrum zu betreten. In Südafrika setzten sich die tagelangen gewalttätigen Proteste fort.

Südafrika: Brennende Warenhäuser, Plünderungen und viele Tote

Erstmeldung vom Mittwoch, 14.07.2021, 12.38 Uhr: Johannesburg - Die Proteste in Südafrika geraten zunehmend außer Kontrolle. Was politisch begann, hat nun Ausmaße angenommen, die von Beobachter:innen mit „Gesetzlosigkeit“ umschrieben werden. Mittlerweile haben die eskalierte Gewalt und die Plünderungen mindestens 72 Menschenleben gefordert und weiten sich im Land immer weiter aus.

Aktuell berichten neben den zunächst betroffenen zwei Provinzen auch Mpumalanga und Northern Cape von ähnlichen Zwischenfällen. Die Afrikanische Union (AU) rief angesichts der Gewalt dringend zu einer Wiederherstellung der Ordnung auf. In den betroffenen Gebieten bildeten sich laut Medienberichten Bürgerwehren, um ein Überschwappen aus den geplünderten und oftmals zerstörten Gewerbegebieten in die Wohnviertel zu verhindern.

Gewalt eskaliert in Südafrika - Militär unterstützt Polizei

Das mittlerweile zur Unterstützung der Polizei mobilisierte Militär wurde laut Regierungsangaben vor allem an strategischen Punkten rund um Krankenhäuser und Flughäfen, aber auch im Township Alexandra bei Johannesburg stationiert.

Durch die Corona-Krise wird die Situation noch verschärft - viele Impfzentren sind wegen der Unruhe geschlossen. Zudem drohen Versorgungsengpässe, weil seit Tagen eine der wichtigsten Verbindungen - die Autobahn N3 von Afrikas bedeutendstem Hafen in Durban nach Johannesburg - gesperrt ist. Die geschätzten Schäden für die zuvor schon angeschlagene Volkswirtschaft des Landes werden mittlerweile auf mehrstellige Millionenbeträge geschätzt.

Wegen der eskalierenden Gewalt in Südafrika greift jetzt auch das Militär ein.

Südafrika: Proteste gegen Zumas Inhaftierung entwickelten sich zu Krawallen

Die Krawalle hatten als eine Form des Protestes gegen die Inhaftierung des Ex-Präsidenten Jacob Zuma begonnen. Doch innerhalb weniger Tage entwickelten sie sich dann aber zu großflächigen Ausschreitungen im industriellen Herz des Landes rund um Johannesburg sowie Zumas Heimatprovinz KwaZulu-Natal.

Zuma war wegen Missachtung der Justiz zu einer Haftstrafe von 15 Monaten verurteilt worden, die er am späten Mittwoch antrat. Er muss sich vor einer Untersuchungskommission wegen verschiedener Korruptionsvorwürfe während seiner Amtszeit (2009 bis 2018) verantworten, war aber einer Vorladung nicht gefolgt. (ktho/jey/dpa)

Rubriklistenbild: © Themba Hadebe/dpa

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