1. Startseite
  2. Politik

Sudan zu Waffenruhe bereit

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Präsident Baschir hofft auf Ende des Konflikts

Rom. Der Sudan ist nach den Worten von Präsident Omar al Baschir zu einem Waffenstillstand mit den Rebellen in Darfur zum Auftakt der im Oktober geplanten Friedensgespräche bereit. Nach einer Unterredung mit dem italienischen Ministerpräsidenten Romano Prodi in Rom äußerte er am Freitag zugleich die Hoffnung, dass die Gespräche in der libyschen Hauptstadt Tripolis zur endgültigen Beilegung des seit vier Jahren andauernden Konflikts führen werden.

Die neue Runde der Friedensverhandlungen soll am 27. Oktober beginnen. Die Gespräche in Tripolis sollen unter Aufsicht der UN stehen.

"Wir haben die Bereitschaft zu einem Waffenstillstand zum Auftakt der Gespräche erklärt, um ein gutes Verhandlungsklima zu schaffen", sagte Al Baschir bei einer Pressekonferenz in Rom. Der Rebellenführer Abdel Wahil Elnur hat den Beginn der Friedensgespräche von einem vorherigen Waffenstillstand abhängig gemacht. Außerdem sollte vorher die gemeinsame Friedenstruppe von UN und Afrikanischer Union in Darfur stationiert werden, forderte Elnur.

Kritik kam von Amnesty International und aus dem Europaparlament. 27 Straßburger Abgeordnete warfen Italien vor, einen Aufruf der EU zu missachten, den politischen Druck auf den Sudan zu verstärken.

Keine Deutschen im Tschad

Die Europäische Union hat sich auf die Eckpunkte eines militärischen Friedenseinsatzes im Tschad verständigt. Die Regierungen billigten im schriftlichen Verfahren einen Krisenplan zum Schutz von Flüchtlingen aus Darfur, wie Brüsseler Diplomaten berichteten. Die Mission soll bis zu 4000 Soldaten umfassen, von denen der Großteil aus Frankreich kommen soll. Sie soll maximal zwölf Monate dauern.

Deutschland hat bereits deutlich gemacht, dass sich keine Bundeswehrsoldaten beteiligen werden. Der Einsatz kann beginnen, wenn eine entsprechende Resolution des UN-Sicherheitsrats vorliegt. Den Plänen zufolge sollen die Soldaten im Osten des Tschad sowie im Nordosten der Zentralafrikanischen Republik stationiert werden. Sie sollen die geplanten UN-Truppen in Darfur und den Nachbarregionen unterstützen.

Im Osten des Tschad halten sich derzeit über 230 000 Flüchtlinge aus Darfur auf. Dazu kommen 173 000 Flüchtlinge aus dem eigenen Land. Der blutige Konflikt zwischen Rebellen, Armee und Milizen in Darfur dauert seit vier Jahren an. ap / epd

Auch interessant

Kommentare