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Am beliebtesten bei ausländischen Studierenden sind Abschlüsse in Ingenieurwissenschaften.

Migrationsbericht

Auf der Suche nach Jobs und Studienplätzen

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Der aktuelle Migrationsbericht zeigt: Die meisten Menschen kommen nach Deutschland, weil sie arbeiten oder studieren wollen.

Die Zahl der Zuwanderer nach Deutschland ist stabil – und doch verändert sich die Zuwanderung. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den Migrationsbericht 2018 beschlossen.

Er zeigt: Mit 1,59 Millionen Menschen sind etwa so viele Menschen nach Deutschland gezogen wie im Vorjahr. Doch die Beweggründe sind in vielen Fällen andere: Es sind weniger Menschen nach Deutschland gekommen, weil sie vor Krieg und Verfolgung fliehen. Immer mehr Menschen zieht es her, um hierzulande zu studieren oder zu arbeiten.

Der Migrationsbericht zeigt, dass auch die Fälle des Familiennachzugs von Flüchtlingen zurückgegangen sind. „Gleichwohl bleibt der Migrationsdruck an den Außengrenzen und nach Deutschland weiterhin hoch“, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Ihm gehe es um eine „Politik von Humanität und Ordnung der Migration“, die er konsequent fortsetzen wolle.

Seehofer hatte in einer brachialen Auseinandersetzung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über die Migrationspolitik im Sommer 2018 die Fraktionsgemeinschaft der Unions-Parteien und die große Koalition in die Nähe des Auseinanderbrechens gebracht.

Die mit Abstand größte Gruppe von Zuwanderern stammt aus Europa. Im Jahr 2018 kamen 53 Prozent derer, die es nach Deutschland zog, aus einem EU-Staat. Die wichtigsten Herkunftsländer waren Rumänien, Polen und Bulgarien. Zum Vergleich: Aus Asien stammten 13,8 Prozent und aus Afrika 4,2 Prozent. Während insgesamt 1,59 Millionen Menschen nach Deutschland kamen, haben 1,2 Millionen Personen das Land verlassen.

Als Erfolg wertete die Bundesregierung, dass Deutschlands Hochschulen internationaler werden. Im Wintersemester 2018/2019 waren mehr als 300 000 junge Menschen aus dem Ausland an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Fast 50 000 ausländische Wissenschaftler haben an deutschen Hochschulen gearbeitet.

„Deutschland wird für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Studierende aus der ganzen Welt zunehmend attraktiv“, sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU). Die Ministerin ergänzte aber: „Hier dürfen wir in einem stärker werdenden globalen Wettbewerb nicht nachlassen, sondern müssen unsere internationale Attraktivität weiter steigern“, sagte sie. Deutschland müsse „die besten Köpfe“ für sich gewinnen.

Fast 44.000 internationale Studierende erwarben in Deutschland einen Abschluss. Ihre Zahl hat sich in den vergangenen 20 Jahren verfünffacht. Häufiger als ihre deutschen Kommilitonen haben sie ingenieur- und naturwissenschaftliche Abschlüsse gemacht.

Zahl der Asylanträge sinkt

Die Zahl nach Deutschland kommender Flüchtlinge ist auch 2019 weiter zurückgegangen. Das Bundesinnenministerium veröffentlichte am Mittwoch die Asylstatistik, wonach im vergangenen Jahr rund 111.000 Erstanträge von Einreisenden auf Schutz in Deutschland gestellt wurden. Das waren 14 Prozent weniger als im Vorjahr.

Hinzu kamen den Angaben zufolge rund 31.500 Erstanträge von Kindern, die bereits in Deutschland geboren wurden. Die Gesamtzahl der Erstanträge sank damit von knapp 162 000 im Jahr 2018 auf rund 142 500 im vergangenen Jahr. Es zeige, dass die Maßnahmen gegen ungesteuerte Zuwanderung wirkten, so Innenminister Seehofer.
Hauptherkunftsländer der Schutzsuchenden im vergangenen Jahr waren Syrien, der Irak und die Türkei. Entschieden wurde 2019 über insgesamt fast 184 000 Asylanträge. Mehr als ein Drittel der Antragsteller (rund 35 Prozent) erhielten einen Flüchtlingsstatus nach Genfer Konvention, nach Grundgesetz oder den untergeordneten subsidiären Schutz, der den Familiennachzug ausschließt.

Für rund drei Prozent wurde ein Abschiebeverbot verhängt. Rund 29 Prozent der Anträge wurden abgelehnt. Ein weiteres knappes Drittel (32 Prozent) hat sich anderweitig erledigt, etwa weil ein anderes EU-Land für den Antragsteller zuständig war. (epd)

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