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Sturm aufs Kapitol

Sturm auf das Kapitol: Vertraute von Donald Trump in Sorge um seinen Geisteszustand

  • Lukas Rogalla
    VonLukas Rogalla
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Der Jahrestag der Kapitol-Erstürmung ist das Thema in den USA. Gleichzeitig läuft der Untersuchungssausschuss zu den Ereignissen und bringt immer neue Details ans Licht.

  • Am 06. Januar 2021 stürmte ein aufgebrachter Mob aus Fans von Donald Trump das Kapitol in Washington DC, der Hauptstadt der USA.
  • Donald Trump hat eine Pressekonferenz am Jahrestag des Kapitolsturms wieder abgesagt. Joe Biden dagegen wird eine Rede halten.
  • Währenddessen läuft der Untersuchungsausschuss zu den Ereignissen am 06. Januar in Washington DC. Sean Hannity, Trump-Vertrauter und Moderator bei Fox News, wurde als Zeuge vorgeladen.

+++ 15.10 Uhr: Die Textnachrichten von Fox-News-Moderator Hannity an den ehemaligen Stabschef Trumps sind als „Verrat“ zu bewerten, so der Bericht des amerikanischen Nachrichtensenders CNN. „Das sind die Leute in seinem engsten Umfeld, sie reden hinter seinem Rücken über ihn“, so die CNN-Reporterin Jamie Gangel. Und weiter: „Sie reden [in den Textnachrichten, Anm. d. Red.] darüber, dass sie um seinen Geisteszustand besorgt sind. (...) Man muss sich fragen, warum Donald Trump die Pressekonferenz so kurzfristig absagt. Das scheint direkt nach dem öffentlich Werden dieser Informationen entschieden worden zu sein.“

Sturm aufs Kapitol: Hannity wird vorgeladen – absurde Vergleiche mit Nazi-Deutschland

Erstmeldung vom Mittwoch, 05.01.2022: Washington, D.C. – Die Erstürmung des Kapitols durch radikale Anhänger:innen des damaligen US-Präsidenten Donald Trump, die für fünf Menschen tödlich verlief, liegt am Donnerstag (06.01.2021) genau ein Jahr zurück. Seitdem musste Trump das Weiße Haus gegen seinen Willen für Nachfolger Joe Biden räumen.

Ein Untersuchungsausschuss aus Kongressabgeordneten der Demokraten und Republikaner soll die Hintergründe der Attacke und die Geschehnisse vom 06. Januar 2021 genau aufarbeiten. Dafür bittet der Ausschuss nun einen Moderator und politischen Kommentator des rechtskonservativen TV-Senders Fox News um Mithilfe – der Donald Trump sehr nahe steht.

Sturm aufs Kapitol: Sean Hannity sendete Nachrichten an Trumps Stabschef

Die Ausschussmitglieder fordern Sean Hannity zu einer freiwilligen Aussage auf. Der Moderator des Senders Fox News habe rund um die Ereignisse vor einem Jahr direkt mit Donald Trump, dessen damaligem Stabschef Mark Meadows und anderen Top-Beamten kommuniziert – was ihn zu einem Zeugen mache, erklärten Bennie Thompson und Liz Cheney, der Ausschussvorsitzende und seine Stellvertreterin.

Der Kongressausschuss zum Kapitol-Sturm will Fox-News-Moderator Sean Hannity (r.), einen Verbündeten von Donald Trump, zur Aussage bewegen. (Archivfoto)

Der Ausschuss habe „immensen Respekt“ vor der Pressefreiheit, hieß es. Bei der freiwilligen und thematisch eng begrenzten Befragung solle es nicht um Sean Hannitys Arbeit als Journalist, sondern um seine damaligen politischen Kontakte zum Weißen Haus gehen. Im Schreiben an Hannity zitiert der Ausschuss mehrere SMS-Nachrichten des 61-Jährigen, die dem Gremium durch die Offenlegung von Dokumenten und Kommunikationsinhalten durch Dritte zugekommen waren – etwa durch Informationen von Mark Meadows.

Sean Hannity: Fox-News-Moderator gilt als Verbündeter von Donald Trump

So soll Hannity Meadows gebeten haben, Trump aufzufordern, die Ausschreitungen stoppen zu lassen. Am Abend danach sagte Hannity in seiner Sendung, dass alle Täter zur Rechenschaft gezogen und bestraft werden sollten. An Donald Trump, der die Menge kurz zuvor angestachelt hatte, übte er allerdings keine Kritik.

Hannity gilt als eine der einflussreichsten Medienpersönlichkeiten in den USA und als enger Vertrauter von Donald Trump. US-Medien zufolge telefonierte der ehemalige US-Präsident häufig mit dem Moderator. Hannity trat auch einmal bei einer Wahlkampfveranstaltung mit dem Republikaner auf.

Derzeit rückt auch die Rolle von Ivanka Trump beim Sturm aufs Kapitol in den Fokus. Und eine Pressekonferenz zum Jahrestag der Ausschreitungen hat Donald Trump nun abgesagt.

Jahrestag des Kapitol-Sturms: Aufständische vergleicht sich mit „Juden in Deutschland“

Derweil macht zudem eine der Aufständischen von damals auf sich aufmerksam. Jenna Ryan war aufgrund ihres Mitwirkens bei den Ausschreitungen am Kapitol in Washington zu 60 Tagen Haft verurteilt worden. In einem Interview bei NBC News vergleicht sie ihre Geschichte mit dem Leiden von Juden in Nazi-Deutschland.

„Sie machen sich über meine Hautfarbe lustig. Sie nennen mich ‚Aufruhr-Barbie‘. Sie haben keine Ahnung, wer ich als Person bin, was meine Überzeugungen sind, was ich durchgemacht habe, wer ich bin“, sagt die Immobilienmaklerin aus Texas über ihre Kritiker:innen. „Sie sehen mich als eindimensionale Karikatur. Sie sehen mich nicht als Mensch. Das ist der Inbegriff eines Sündenbocks. Genau wie sie es mit den Juden in Deutschland gemacht haben. Das waren Sündenböcke. Und ich glaube, dass hellhäutige Menschen vor den Medien böse gemacht werden.“

Auf die Nachfrage, ob sie die Situation mit dem Holocaust vergleiche, wollte Ryan nicht genauer eingehen. Sie sagte: „Wissen Sie, was so traurig ist? Dass ich Angst habe, Ihre Frage zu beantworten, weil ich dafür attackiert werde.“ Andere Leute hätten denselben Vergleich gezogen. Sie fühle sich „definitiv“ verfolgt.

Laut NBC-Berichten habe Jenna Ryan ihre zwei Minuten im Kapitol-Gebäude am 06. Januar 2021 via Livestream auf Facebook ausgestrahlt. „Leute, könnt ihr das glauben?“, soll sie ihren Zuschauer:innen gesagt haben. „Ich albere nicht herum. Wenn ich komme, um euer Haus zu verkaufen, dann tu ich genau das. Ich werde euer verdammtes Haus verkaufen. (lrg/dpa)

Rubriklistenbild: © Jabin Botsford/dpa

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