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Struck für Nato-Mission in Irak

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Bundesverteidigungsminister Peter Struck (SPD) hat einen Einsatz der Nato in Irak befürwortet.
Bundesverteidigungsminister Peter Struck (SPD) hat einen Einsatz der Nato in Irak befürwortet. © ap

Minister lässt deutschen Einsatz offen / Bush-Lob freut BerlinBundesverteidigungsminister Peter Struck (SPD) hat einen Einsatz der Nato in Irak befürwortet. Ob sich daran auch deutsche Soldaten beteiligen sollten, ließ Struck offen. Dossier: Irak nach dem Krieg

Von Vera Gaserow

BERLIN, 10. August. Im Zusammenhang mit seiner Afghanistan-Reise, die am heutigen Montag beginnt, hatte Struck auch einen möglichen Nato-Einsatz in Irak nicht ausgeschlossen. "Wenn die entsprechenden UN-Beschlüsse vorliegen und die Nato gebeten wird, größere Verantwortung zu übernehmen, hätten wir keinen Grund, einem Engagement der Allianz im Irak zu widersprechen", sagte er der Frankfurt Allgemeinen Sonntagszeitung. Ob sich auch die Bundeswehr an einem Irak-Einsatz beteiligen sollte, bezeichnete Struck als derzeit "theoretische Frage". Wenn entsprechende Nato-Beschlüsse vorlägen, könne es sein, "dass wir gefragt werden". Bei einem Nato-Einsatz in Irak müssten jedoch nicht "zwangsläufig" alle dabei sein, schränkte der Verteidigungsminister ein. Struck verwies darauf, dass - anders als Deutschland - nicht alle Nato-Staaten in Afghanistan beteiligt seien.

Für das militärische Engagement in Afghanistan hatte US-Präsident George W. Bush Deutschland am Freitag (Ortszeit) überraschend gelobt. Er freue sich, Gerhard Schröder (SPD) dafür zu danken, stellte Bush indirekt ein baldiges Treffen mit dem Kanzler in Aussicht. In Berlin begrüßte ein Regierungssprecher die Äußerungen Bushs. Er bestätigte, dass Schröder überlege, im September zur Herbstversammlung der Vereinten Nationen in die USA zu reisen. Dort könnten - womöglich bei einem Treffen mit dem US-Präsidenten - die deutsch-amerikanischen Verstimmungen offiziell für beendet erklärt werden. Bush hatte das deutsche Afghanistan-Engagement in engem Zusammenhang mit dem Drängen der USA gelobt, die Nato-Verbündeten müssten mehr Verantwortung in Irak übernehmen.

Die Entscheidung über weitere Einsatzorte der Bundeswehr in Afghanistan scheint nun auf die Stadt Kundus im Norden des Landes hinauszulaufen. Das sagte der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Gernot Erler. Zwei andere, bislang in Erwägung gezogene Einsatzorte - Herat und Charikar - schloss Verteidigungsminister Struck jetzt aus. Charikar gehöre zu einer befriedeten Region, es sei wenig sinnvoll die Bundeswehr an einen Ort zu schicken, "der ohnehin stabil ist".

Kurz vor Strucks Besuch gab es in mehreren afghanischen Provinzen Überfälle auf Soldaten und internationale Helfer, meldeten Agenturen. In der Provinz Helmand töteten mutmaßliche Taliban-Kämpfer sechs afghanische Soldaten und einen einheimischen Mitarbeiter einer US-Hilfsorganisation, teilten die UN mit. In der Provinz Kandahar seien fünf Polizisten bei einem Angriff verletzt worden. Wenig später hätten Unbekannte zehn afghanische Mitarbeiter einer örtlichen Hilfsgruppe gefesselt und verprügelt. Die UN setzten deshalb Fahrten ihrer Mitarbeiter in Teilen Südafghanistans aus.

Dossier: Irak nach dem Krieg

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