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Umar Faruk Abdulmutallab  - der "Flugzeugbomber" von Detroit.
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Umar Faruk Abdulmutallab - der "Flugzeugbomber" von Detroit.

Detroit-Attentäter

Strenger Moslem mit gutem Draht zur CIA

Der Vater des verhinderten Attentäters von Detroit soll den US-Geheimdienst gewarnt haben - Obama zürnt über seine Agenten. Die Niederlande führt Körperscanner an Flughäfen ein. Von Dagmar Wittek

Von Dagmar Wittek

US-Präsident Barack Obama hat nach dem vereitelten Flugzeug-Attentat von Detroit die amerikanischen Sicherheitsbehörden scharf kritisiert. Obama sprach von "potenziell katastrophalen" Mängeln im Sicherheitssystem. Im Ablauf seien menschliche und organisatorische Fehler vorgekommen.

Nach einem Bericht der New York Times vom Mittwoch hatte die Regierung vor Weihnachten Hinweise aus dem Jemen bekommen, wonach dortige El-Kaida-Terroristen einen "nigerianischen Jungen" erwähnten, der für einen Anschlag vorbereitet werde. Zwar wurde kein Name genannt, doch wäre es möglich gewesen, ihn mit dem 23-jährigen Nigerianer Umar Faruk Abdulmutallab in Verbindung zu bringen. Der Nachrichtensender CNN berichtete dazu, dass der Vater des Attentäters bereits am 19. November den US-Geheimdienst CIA vor der islamistischen Radikalisierung seines Sohnes gewarnt hatte.

Die CIA habe darauf zwar einen Bericht über das Gespräch angefertigt,diesen aber nicht weitergegeben. Bisher war lediglich bekannt gewesen, dass der Vater die US-Botschaft in Nigeria gewarnt hatte. Dass auch die CIA beteiligt war, war nicht bekannt. Der Nigerianer kam aufgrund dieser Warnung auf eine Liste mit den Namen von mehr als 500000 Terrorverdächtigen − nicht jedoch auf eine engere Flugverbotsliste. CIA und FBI verhörten Abdulmutallabs Vater Anfang der Woche.

Die CIA wies am Mittwoch die Vorwürfe über ihren Umgang mit den Warnungen zurück. Ein Sprecher sagte, der Geheimdienst habe mit der Botschaft zusammengearbeitet. Es habe aber keinen schlüssigen Hinweis dafür gegeben, Abdulmutallab auf die Liste von etwa 4000 Verdächtigen zu setzen, für die ein Flugverbot in die USA gilt. CNN berichtet unter Berufung auf Regierungsbeamte, dass die USA als Antwort auf den Attentatsversuch offenbar Militärschläge gegen El-Kaida-Stellungen im Jemen vorbereite.

Alahji Umaru Abdul Mutallab ist ein ausgesprochen strenger Moslem und gehört zu den einflussreichsten Köpfen Nigerias. Vor wenigen Tagen noch rief er alle Nigerianer dazu auf, für eine schnelle Genesung seines engen Freundes und Studienkollegen, des nigerianischen Präsidenten Umaru Yar?Adua, zu beten, denn Leben und Tod lägen allein in den Händen des allmächtigen Allah.

Eine Bank nach Scharia-Regeln

Mutallab, der im moslemischen Norden des Landes lebt, gilt als ausgesprochener Machtmensch. Studiert hat er am Barewa College, das als Kaderschmiede der nigerianischen Führung gilt. Als Präsident der Old Boys Association of Barewa College ist er bestens vernetzt in der nigerianischen Wirtschaft und Politik.

Bis zu seiner Pensionierung Mitte Dezember war der 70-Jährige Direktor der First Bank of Nigeria, der ältesten und größten Bank des Landes. Zusammen mit Partnern aus Saudi-Arabien und Indonesien gründete er kürzlich die erste islamische Bank Nigerias. Mit im Direktorium der Jaiz Bank International sitzen der ehemalige Opec-Chef Rilwanu Lukman und ein Mitglied des obersten Gerichtshofes in Nigeria. Die Bank verschreibt sich strikt dem Gesetz der Scharia und allen "muslimischen ethischen, moralischen und religiösen" Verhaltensregeln, heißt es in den Statuten.

Militante Islamisten machen in Nigeria immer wieder durch blutige Kämpfe von sich reden. Auch gibt es wiederholt Spekulationen über eine Hinwendung nigerianischer Islamisten zu El Kaida. Zu Mutallabs Freunden zählen Nigerias einflussreichste Islamisten. El-Kaida-Kontakte werden ihm aber nicht nachgesagt. (mit dpa/afp)

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