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Kein Problem mit dem Burkini: Beim Schul-Schwimmen in Frankfurt tragen die Kinder, worin sie sich am wohlsten fühlen.

Politische Debatte

In Frankreich tobt der Streit über das Burkini-Verbot

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In Frankreich demonstrieren muslimische Aktivisten für das Tragen des Ganzkörperbadeanzugs – und treten eine politische Debatte los.

Ein Dutzend Frauen und Männer besuchten am vergangenen Sonntag gemeinsam die Badeanstalt Jean Bron in der Alpenstadt Grenoble. Sie zahlten Eintritt und zogen sich in den Kabinen um. Darauf gingen sie schwimmen – ein Teil von ihnen in blauen und pinkfarbenen Burkinis. Die Bademeister wiesen sie vergeblich auf die Hausordnung hin: Aus hygienischen Gründen sind nur eng anliegende Badehosen, Bikinis und Einteiler gestattet. Da die Burkini-Trägerinnen im Wasser blieben, wurde die Polizei gerufen. Sie notierte die Namen und dürfte jeder ein Bußgeld in Höhe von 35 Euro erteilt haben.

Organisatorin des Happenings war die Alliance Citoyennne, eine „Bürgerallianz“, die sich unreligiös gibt, aber ein Gutteil militante Muslime in ihren Reihen zählt. Die Sprecherin Taouis Hammouti etwa hatte auf ihrer Facebook-Seite Verschwörungstheorien zum Bataclan-Anschlag von 2015 verbreitet. Die Burkini-Operation nennt die Alliance Citoyenne einen bewussten „Akt des zivilen Ungehorsams“. Für kommenden Sonntag kündigte sie eine neue Aktion an. Das Bad wurde darauf am Donnerstag bis auf weiteres geschlossen.

Burkinis bleiben Reizthema in Frankreich

Die von einer Libanesin in Australien kreierten Burkinis sind in Frankreich seit langem ein Reizthema. 2016 hatten mehrere Gemeinden Südfrankreichs an ihren Stränden diese Art von Körperverhüllung untersagt. Der französische Staatsrat hob die Verbote aber auf, da es sich um eine Einschränkung der persönlichen Freiheit handele, die durch keine „erwiesenen Risiken“ begründbar sei. Der neueste Fall liegt anders, weil in einem öffentlichen Schwimmbad anders als am Strand spezifische Regeln gelten. So sind zum Beispiel Männershorts, die nicht eng anliegen, in den meisten französischen Schwimmbädern untersagt.

Die politischen Reaktionen sind indes so heftig wie vor drei Jahren. Der Fall in Grenoble sei eine „islamistische Provokation“, verkündet die „Nationale Sammlung“ (RN) der Rechtsextremistin Marine Le Pen. Konservative sprechen von einem „gesellschaftspolitischen Dammbruch“.

Burkini-Trägerinnen in Grenoble

Die Staatssekretärin für gleiche Rechte von Frau und Mann, Marlène Schiappa, kritisiert ihrerseits die „politische Botschaft, sich zu bedecken und damit eine neue Norm zu schaffen“. Die Behauptung der Burkini-Trägerinnen in Grenoble, in Frankreich wünschten Millionen von Frauen sich in öffentlichen Bädern zu bekleiden, sei aber falsch: „Solche Kommandooperationen werden von einer sehr kleinen Minderheit ausgeübt.“

Auch Eric Piolle, der grüne Bürgermeister von Grenoble, der viel für die muslimische Gemeinschaft seiner Stadt unternimmt, verurteilte die Burkini-Aktion und kündigte an, bei weiteren Protesten erneut Bußgelder zu verhängen. Er warf indes auch der Rechten vor, Öl ins Feuer zu gießen und eine gelassene Debatte zu verhindern. Zudem forderte er das Sportministerium auf, eine einheitliche Regelung für alle französischen Schwimmbäder zu erlassen.

Burkini-Verbot wird mit Hygiene und Sicherheit begründet

Das Ministerium hatte erst vor zwei Wochen einen allgemeinen Leitfaden zum „religiösen Umstand im Laizismus“ herausgegeben. Das Burkini-Verbot lasse sich „einzig durch objektive Gründe wie Hygiene oder Sicherheit begründen“, heißt es darin. Die Frage wird damit nicht restlos geklärt. Das von Präsident Emmanuel Macron in Auftrag gegebene Islam-Reformgesetz dürfte auch nicht in die Details gehen.

Die Debatte ist damit alles andere als abgeschlossen. In den sozialen Medien melden sich auffällig viele Frauen zu Wort, und zwar meist kritisch. Die einstige Sprecherin des Sozialisten Manuel Valls, Zohra Bitan, erklärte, die meistenBurkini-Trägerinnen folgten nur den Befehlen ihrer Männer; von Freiheit zu sprechen, sei deshalb „Betrug“.

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