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Interview mit Pro Bahn e. V.

Streik bei der Deutschen Bahn: „Wir fordern wie die GdL eine zweite Bahnreform“

  • Daniel Dillmann
    VonDaniel Dillmann
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Bei der Deutschen Bahn wird wieder gestreikt. Dr. Lukas Iffländer von Pro Bahn e. V. gibt Tipps für Fahrgäste und stellt Forderungen an die Politik.

Berlin/Frankfurt - Der Arbeitskampf zwischen Gewerkschaft und Deutscher Bahn setzt sich fort. Die Gewerkschaft der Lokführer (GdL) wird bereits am Samstag erneut in den Streik gehen. Das hat ihr Vorsitzender, Claus Weselsky, auf einer Pressekonferenz in Berlin bekannt gegeben.

Im Interview mit fr.de spricht Dr. Lukas Iffländer vom Fahrgastverband Pro Bahn e.V. über die Auswirkungen auf den Bahnverkehr und was Fahrgäste nun beachten sollten.

Deutsche Bahn: „Der Streik der GdL wirkte gut koordiniert“

Herr Dr. Iffländer, warum ist die Bahn trotz Preiserhöhungen, Verspätungen und Streiks immer noch das beste Verkehrsmittel?

Die Bahn bedient die Schnittmenge zwischen ökologisch und bequem. Nirgends sonst kann ich so gut während der Reise arbeiten wie im Zug. Gleichzeitig ist die Bahn gerade in Ballungszentren oft unschlagbar schnell. Während die Autofahrer auf der Zugfahrt nach Frankfurt oder München noch im Stau stehen, rauscht die S-Bahn in dichtem Takt unter der Stadt durch.

Die GdL befindet sich im Arbeitskampf mit der Deutschen Bahn und hat erneut zu Streiks aufgerufen. Wie haben Sie die Streiks letzte Woche empfunden?

Der Streik der GdL wirkte gut koordiniert. Die Streikfahrpläne waren zwar in manchen Regionen extrem ausgedünnt - gerade im Osten gab es Linien mit nur ein bis zwei Zügen am Tag. Aber er war zuverlässig. In anderen Regionen lief es wie am Schnürchen. Ich war dienstlich im Erzgebirge unterwegs. Dort wurde der reguläre Takt gefahren. Das lag aber auch daran, dass Führungspersonal der Bahn großzügig einsprang, um die Züge zu fahren.

Der Arbeitskampf setzt sich fort: Bei der Deutschen Bahn wird wieder gestreikt.

Wieder Streik bei der Deutschen Bahn: „Wir bewerten es als positiv“

Nun wird erneut gestreikt.

Uns hat das nicht überrascht, wir sind diesmal ohnehin von einem längeren Streik ausgegangen. Wir bewerten es aber als positiv, dass die GdL diesmal die 48 Stunden Vorlauf eingehalten hat.

Gibt es innerhalb der Gewerkschaften GdL und EVG (Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft) der Deutschen Bahn einen Machtkampf?

Bei zwei Gewerkschaften gibt es immer einen Machtkampf. Der wurde auch in der Vergangenheit schon über die Abschlüsse geführt. Es wäre nicht das erste Mal, dass die GdL einen besseren Abschluss erstreikt und der DB Konzern der Hausgewerkschaft EVG diesen dann hinterherwirft. Die DB braucht politisch die EVG, weil diese, und die stark durch die EVG beeinflusste SPD, die einzigen großen Fürsprecher für den Erhalt des integrierten Konzerns in der Politik sind. Viele andere fordern dagegen die Trennung von Netz und Betrieb. Hierzu treten wir übrigens gemeinsam mit der GdL und weiteren Partnern auf und fordern eine zweite Bahnreform.

Zur Person

Dr. Lukas Iffländer ist Stellvertretender Bundesvorsitzender des unabhängigen und gemeinnützigen Verbraucherverband Pro Bahn e.V.

Halten Sie die Forderungen der GdL im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn für grundsätzlich gerechtfertigt?

Tarifliche Forderungen kommentieren wir generell nicht. Die Forderung der GdL bewegt sich aus unserer Sicht aber im vernünftigen Bereich eines Inflationsausgleichs. Sie sticht gegenüber anderen Abschlüssen der letzten Zeit also weder als extrem hoch noch extrem niedrig hervor.

Streik bei der Deutschen Bahn: Tipps vom Fachmann für die Fahrgäste

Welche Tipps haben Sie für Reisende, sollte es erneut zu Streiks kommen?

Wer reisen muss, der sollte vorher den Streikfahrplan prüfen und auch kurz vor Abfahrt nochmal im Internet gucken. Im Fernverkehr sollte man, wenn möglich, versuchen zu reservieren. Alternativen, wie z.B. Flixtrain sollte man in Betracht ziehen. Dann beachten: Zeitnah buchen. Ist der letzte Platz weg, kann man bei Flixtrain nicht wie bei der DB noch stehend mitfahren.

Eine Einigung zwischen Vertretern von GdL und Deutscher Bahn scheint in weiter Ferne. Vertreter des DGB fordern GdL zur Rückkehr zu Verhandlungen auf.

Können Sie das Ausweichen auf das Angebot der Flixbusse empfehlen?

Wer reisen muss und nicht wie ich nach einer Stunde im Reisebus Probleme mit dem Mageninhalt bekommt, für den sind Flixbus und BlaBlaBus sinnvolle Alternativen. Auch hier gilt: Rechtzeitig buchen, denn viele andere kommen auch auf die gleiche Idee und dann ist der Bus voll. (Das Interview führte Daniel Dillmann)

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte

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