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Die britische Fregatte HMS „Montrose“ eskortiert den Tanker. (Archivbild)

Straße von Hormus

Haben iranische Militärschiffe einen britischen Öltanker behindert? Iran dementiert

Die Meerenge von Hormus ist das Nadelöhr des weltweiten Ölhandels. Hier sollen iranische Militärschiffe versucht haben, einen britischen Öltanker zu behindern. Eine britische Fregatte kam zur Hilfe. Der Iran dementiert den Vorfall.

Aktualisierung von 9.00 Uhr: Der Iran dementiert die Berichte, wonach, iranische Boote versucht haben, einen britischen Öltanker im Persischen Golf an der Durchfahrt zu behindern. „Das Ziel solcher wertlosen Unterstellungen ist lediglich, Spannungen zu provozieren“, sagte Außenminister Mohamed Dschawad Sarif am Donnerstag der Nachrichtenagentur Fars. Auch die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) bestritten den Vorfall. „In den vergangenen 24 Stunden hatten wir in der Straße von Hormus keinen Zwischenfall mit ausländischen Schiffen, auch nicht mit einem britischen“, erklärten die Revolutionsgarden auf ihrer Webseite.

Erstmeldung: Iranische Militärschiffe sollen US-Medienberichten zufolge versucht haben, an der Meerenge von Hormus einen britischen Öltanker zu kapern. Die Iraner hätten den Tanker „British Heritage“ aufgefordert, seinen Kurs zu ändern und in iranischen Hoheitsgewässern anzuhalten, berichteten die US-Nachrichtensender CNN und Fox News am Mittwoch unter Berufung auf zwei US-Regierungsvertreter.

Die britische Fregatte HMS „Montrose“, die, die den Tanker eskortierte, habe dann aber ihre Kanonen auf die iranischen Schiffe gerichtet und sie erfolgreich aufgefordert, sich zu entfernen. Laut CNN wurde der Vorfall aus der Luft gefilmt.

Ein Sprecher des US Central Command, das die US-Truppen im Nahen Osten führt, erklärte auf Anfrage, man kenne die Berichte über den Versuch der iranischen Revolutionsgarden, den Tanker zu drangsalieren. Der Sprecher verwies für weitere Informationen zu dem Vorfall an das britische Verteidigungsministerium. Er betonte, Bedrohungen für die internationale Schifffahrt bedürften auch einer internationalen Lösung. Die Weltwirtschaft sei abhängig von freien Handelswegen, und es sei an allen Nationen, diese zu schützen. 

Das US-Verteidigungsministerium hatte zuvor angekündigt, Pläne für eine internationale Koalition zum Schutz von Handelsschiffen vorantreiben zu wollen.

Straße von Hormus ist das Nadelöhr des weltweiten Ölhandels

Vor einer Woche hatten die Behörden Gibraltars mit Hilfe der britischen Marine einen Supertanker mit iranischem Öl beschlagnahmt. Die „Grace 1“ soll versucht haben, illegal Rohöl in das Bürgerkriegsland Syrien zu bringen. Der iranische Präsident Hassan Ruhani drohte Großbritannien nach der Festsetzung des Tankers mit „Konsequenzen“.

Die schmale Meerenge von Hormus zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist das Nadelöhr des weltweiten Ölhandels: Durch die Seestraße zwischen dem Iran und Oman wird ein Drittel des auf dem Seeweg transportierten Öls befördert.

Inmitten der wachsenden Spannungen zwischen Teheran und Washington kam es in der Region zuletzt zu mehreren Zwischenfällen. Öltanker wurden angegriffen, wofür die USA den Iran verantwortlich machten. Der Iran schoss zudem eine US-Drohne ab. Am Dienstag sagte US-Generalstabschef Joseph Dunford, die USA wollten eine internationale Militärkoalition zum Schutz von Öltankern in der Golfregion schmieden. (afp/dpa)

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