Stimmen aus den USA

„Ich träume von einem Sieg der Demokraten“

  • Claudia Isabel Rittel
    vonClaudia Isabel Rittel
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Roy Ysla sieht nur so eine Chance für die USA.

„Ich spüre im Moment sehr viel Angst in meinem Umfeld. Die einen haben vor allem Angst vor dem Corona-Virus, die anderen vor wirtschaftlichem Abstieg und wieder andere davor, dass sich die politische Situation noch weiter verschlimmern könnte. Meine größte Sorge ist, dass wir unsere Demokratie verlieren könnten. Wir haben einen Präsidenten, der der Wissenschaft keinen Glauben schenkt, der nicht auf Kooperation setzt, demokratische Pflichten nicht erfüllt, den Klimawandel leugnet, nichts gegen rassistisch motivierte Übergriffe von Polizisten unternimmt und der sogar infrage stellt, ob er das Wahlergebnis akzeptieren wird.

Mein größter Wunsch ist, dass Joe Biden Präsident wird und die Demokraten eine Mehrheit im Senat bekommen. Das wird zwar nicht gleich alle Probleme lösen. Aber dann besteht zumindest Hoffnung. Trump vereint einfach zu viele Probleme in seiner Person. Ist es nicht ironisch, dass Trump zwar gegen eine staatliche Krankenversorgung für alle ist, selbst aber im Militärkrankenhaus genau davon profitiert? Präsident, Kongressmitglieder und Veteranen haben das Recht auf eine aus Steuern finanzierte Krankenversorgung. Viele Normalbürger aber treiben hohe Gesundheitskosten in die Privatinsolvenz.

Als großes Problem unserer Gesellschaft sehe ich auch die Grundbildung. Wir haben zwar sehr gute Universitäten. Aber die Grundschulen sind vollkommen unterfinanziert, denn sie müssen sich überwiegend aus lokalen Steuern tragen. Wer in einer armen Nachbarschaft lebt, hat also sehr wahrscheinlich einen schlechten Start in die Bildungskarriere.“

Roy Ysla (79), Rentner aus Bethesda (Maryland). Er hat 14 Jahre in Europa gelebt, in seiner aktiven Zeit als Arzt leitete er zwei Jahre die Schmerzklinik im Walter-Reed-Militärkrankenhaus in Bethesda .

Aufgezeichnet von Claudia Isabel Rittel

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