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Steve Bannon
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Steve Bannon und das „Dignitatis Humanae Institute“ wollen eine politisch rechte Akademie in Italien betreiben.

„Dignitatis Humanae Institute“

Steve Bannon verliert Rechtsstreit: keine rechte Politik-Akademie in Italien

  • Lukas Rogalla
    VonLukas Rogalla
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Der Plan von Steve Bannon, eine rechte Populisten-Schmiede in Italien zu betreiben, droht zu scheitern. Das 800 Jahre alte Kloster darf er nicht beziehen.

  • Steve Bannon, ehemaliger Chefstratege von Donald Trump, eine rechtskatholische politische Akademie betreiben.
  • Der Staatsrat in Italien entscheidet allerdings gegen den Rechtspopulisten und das „Dignitatis Humanae Institute“.
  • Bannon wirft den Behörden Korruption vor und will in Berufung gehen.

Rom – Steve Bannon war einer der „Ermöglicher“ von Donald Trump. Als ehemaliger Leiter der extrem rechten Nachrichtenseite „Breitbart“ wurde er im Sommer 2016 zu dessen Berater im Wahlkampf ernannt. Mit Trumps Sieg stieg er auch zum Chefstrategen im Weißen Haus auf. Heute verfolgt Bannon ganz andere Pläne: Eine politische, rechtskatholisch ausgerichtete Akademie in Italien. Der 67-Jährige muss allerdings einen entscheidenden Rückschlag durch die Behörden hinnehmen.

Steve Bannon scheitert mit Akademie-Projekt: Staatsrat in Italien entscheidet gegen rechtes Institut

Unweit von Rom, in einem rund 800 Jahre alten Kloster, will das „Dignitatis Humanae Institute“ von Benjamin Harnwell, das von Steve Bannon unterstützt wird, eine Akademie betreiben. „Halb mittelalterlicher Universitätscampus, halb Gladiatorenschule für Kulturkämpfer“, solle die Bildungseinrichtung zur „geistigen Heimat von Bannons Gedankengut“ werden, hieß es damals. Für den Lehrplan waren Philosophie, Wirtschaftswissenschaften, Theologie und Geschichte vorgesehen. Steve Bannon selbst ist Katholik. Er habe einen Kurs zum Umgang mit modernen Medien leiten wollen.

Das Kloster Trisulti, eine aus dem 13. Jahrhundert stammende Kartause. Hier wollte das „Dignitas Humanae Institute“ eine Akademie betreiben.

Daraus wird allerdings nichts. Benjamin Harnwell hatte 2018 eine Ausschreibung der Regierung für das Kloster gewonnen. Für eine jährliche Miete von rund 100.000 Euro hätte solch eine Akademie für 19 Jahre betrieben werden können. Sowohl in der Bevölkerung als auch in der Politik regte sich jedoch rasch Widerstand. Was folgte, war ein Wechselspiel aus Klagen und Gegenklagen, unter anderem seitens des Kulturministeriums, dem das Kloster gehört.

Es zog den Mietvertrag 2019 unter Berufung auf Verstöße vertraglicher Pflichten zurück. Das Institut ging dagegen vor und gewann vor dem Regionalgericht. Das Vorgehen des Ministeriums sei politisch motiviert gewesen, hieß es. Am Montag (15.03.2021) hat der Staatsrat das entsprechende Urteil aufgehoben: Harnwell und Steve Bannon dürfen nicht wie geplant in das Kloster einziehen.

Urteil gegen Steve Bannon in Italien: Wohl keine rechte Akademie in Kloster

Steve Bannon bezeichnete das Urteil als einen „Witz“, berichten US-Medien wie „Bloomberg“. Dass trotz seiner vorherigen Siege gegen ihn und das „DHI“ entschieden wurde, bringe „weitere Schande“ über das italienische Rechtssystem. Er kündigte an, in Berufung zu gehen. „Wir weigern uns, von der korrupten Bürokratie, die Italiens Regierung befällt und das Volk verletzt, aufgehalten zu werden“, sagte der Rechtspopulist. „Trisulti ist ein italienischer Schatz und wir werden dafür kämpfen.“

Nicola Zingaretti, Präsident der Region Latium, begrüßte die Entscheidung des Staatsrates: „Fort mit Steve Bannon und den Konservativen aus Certosa di Trisulti“, schrieb der Sozialdemokrat in einem Beitrag auf Facebook. In Italien gab es jedoch nicht nur Feinde solch einer katholischen Akademie. Rechte Politiker:innen wie Ex-Innenminister Matteo Salvini hatten sich für das Projekt ausgesprochen. (Lukas Rogalla mit dpa)

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